So können Sie die Sommersonne optimal nützen

Im Grunde ist die begehrte Urlaubsbräune nichts weiter als eine Schutzreaktion der Haut gegen ein Zuviel an UV-Strahlen. Bei Sonnenattacken schützt sich die Haut zunächst durch den Aufbau von Melanin, das in den Pigmentzellen gebildet wird, und durch eine Verdickung der Hornschicht. Langsam beginnt der Farbstoff Melanin in der gesamten Oberhaut als Filter gegen UVA- und UVB-Strahlen zu wirken. Dann erst kommt es zur "gesunden Bräune". War die Bestrahlung zu stark, kommt es zum Sonnenbrand. Normalerweise kann sich die Haut wieder selbst reparieren, indem sie Schadstellen eliminiert und fehlerhafte Teilchen vor der nächsten Zellteilung ersetzt. Dazu braucht sie Zeit. Wird die Wiederherstellung durch neuerliche Bestrahlung gestört, setzt die Zellteilung zu früh ein und das körpereigene Repair-System kann den Schaden nicht mehr wettmachen. So gesehen, vergisst die Haut keinen einzigen Sonnenbrand. Widerstehen Sie vor allem der Versuchung, ihren Body gleich am ersten Urlaubstag stundenlang dem prallen Sonnenlicht auszusetzen. Die Haut braucht Zeit, um sich langsam an die Sonne zu gewöhnen. Vermeiden Sie auf alle Fälle die gleißende Mittagshitze, da sind die UVB-Strahlen am aggressivsten - speziell im Süden gilt: "From eleven to three - under the tree!"
Die Kosmetikfirmen haben natürlich auf die eindringlichen Warnungen der Dermatologen reagiert. Sie bieten mittlerweile Sonnencremes, -gels und -lotionen an, die nicht nur allergiegetestet und gut verträglich sind, sondern vor allem gegen UV-Strahlen schützen. Im Idealfall gegen UVB- und UVA-Strahlen. Greifen Sie daher ausschließlich zu hochwertigen Sonnenprodukten, die spezielle Schutzstoffe wie Melanin, Tyrosin, Nanosphères und Vitamin E enthalten. Sie sind vor allem in Apotheken erhältlich, haben jedoch ihren Preis. Aber Sparen ist bei Sonnenprodukten sowieso fehl am Platz. Sonnenkosmetik soll nicht nur die schädlichen UV-Strahlen abhalten, sondern schon während des Sonnens die Haut pflegen und regenerieren. Der Geheimtipp unter den Sonnenanbetern sind Bio-Extrakte. Hier läuft die Forschung auf Hochtouren. In den vergangenen Jahren wurden immer neue und bessere Wirkstoffe entdeckt. Die Bio-Extrakte werden direkt aus dem Zellkern der Pflanze entnommen. Sie sind gesünder, nährstoffreicher und widerstandsfähiger als herkömmliche Produkte, weil sie nicht durch Düngemittel und Umweltgifte belastet werden. Sie wirken auf natürliche Weise, ohne Nebenwirkungen.
Hier die wichtigsten Bio-Extrakte für die Sonnenpflege: Karitè-Butter, gewonnen aus dem Stamm eines afrikanischen Baumes, spendet Feuchtigkeit und macht die Haut geschmeidig (wird z. B. bei Yves Rocher verwendet). Jojoba ist ein altes Indianermittel zur Schönheitspflege (bei Lancaster, Ambre Solaire). Aloe Vera ist eine Pflanze, die sich den Lebensumständen der Wüste angepasst hat und gut Wasser speichern kann. Ihre Extrakte dringen tief in die Haut ein und regenerieren die Zellen (kommt z.B. bei Nivea zur Anwendung).

Typ 1:
Zu diesem Typ gehören ca. zwei Prozent der Mitteleuropäer. Bezeichnend sind sehr helle, fast weiße Haut, oft Sommersprossen, rötliche oder hellblonde Haare, blaue Augen. Sie haben die empfindlichste Haut und werden kaum braun, sondern sofort rot. Ihr Eigenschutz dauert zehn Minuten, dann droht Sonnenbrand. Dermatologen raten diesem Hauttyp zu nobler Blässe oder Selbstbräunern. Wer trotzdem eine Brauntönung in der Sonne erreichen will, sollte einen Sonnenschutzfaktor von mindestens 15 verwenden. Am Wasser sogar LSF 16 und höher - der Alabasterkörper ist sehr sensibel.

Typ 2:
Etwa 12 Prozent der Mitteleuropäer entsprechen diesem Hauttyp, der nur mäßig bräunt. Die Kriterien: Helle Haut, blaue, grüne oder hellbraune Augen, Neigung zu Sommersprossen. Die Zeit bis zum Sonnenbrand beträgt 20 Minuten. Empfohlener Lichtschutzfaktor: 12 bis 15. Trotzdem: wenn die Haut prickelt, sofort in den Schatten!

Typ 3:
Dieser Hauttyp ist in Mitteleuropa mit 78 Prozent vertreten: Helle bis hellbraune Haut, dunkelblonde oder brünette Haare, keine Sommersprossen. Die Haut bräunt sehr gut, hat aber nur eine Eigenschutzzeit von 30 Minuten. Trotz der relativ unempfindlichen Haut unbedingt Lichtschutzfaktor 8 verwenden. Nicht leichtsinnig werden, denn zu viel Sonne lässt auch diese Haut rasch alt aussehen.

Typ 4:
Leider sind nur 8 Prozent der Mitteleuropäer mit dieser problemlosen Haut ausgestattet. Der Teint ist immer hell- bis mittelbraun getönt, Haare und Augen sind dunkel. Die Eigenschutzzeit beträgt 45 Minuten. Trotzdem: Lichtschutzfaktor 4 nehmen!.

* Selbstverständlich gibt es auch Misch-Typen: Im Zweifelsfalle immer den höheren Schutzfaktor verwenden und lieber zu früh in den Schatten gehen als einen Sonnen-brand riskieren. Je südlicher die Gegend und je heller der Hauttyp, desto kürzer ist die Eigenschutzzeit bzw. höher der Lichtschutzfaktor.

Die auf der Tube (Flasche etc.) in LSF angegebene Zahl sagt aus, um welchen Sonnenschutzfaktor es sich bei dem jeweiligen Präparat handelt. Wie lange man längstens in der Sonne bleiben darf, kann man mit Hauttyp und Lichtschutzfaktor errechnen: Man multipliziert den Lichtschutzfaktor mit der Eigenschutzzeit und erhält so die empfehlenswerte Minutenanzahl. Zum Beispiel Typ 1: Sonnenschutzfaktor 16 mal die Eigenschutzzeit von 10 Minuten, ergibt 160 Minuten Sonnenbaden. Noch einfacher geht es mit einer Sun-Watch. Eingestellt werden Schutzfaktor und Eigenschutzzeit, ein Sensor misst die UVB-Strahlen vor Ort. Wenn die Zeit für die Flucht in den Schatten reif ist, ertönt ein Piepston. Überschreiten Sie nie "Ihre" Zeit, auch wenn Sie noch so gut eingeschmiert sind. Im Schatten bräunen Sie weiter - zwar nur ein Drittel so schnell, aber dafür bleiben Sie schön und gesund! Bei Produkten aus dem Ausland ist ganz besonders auf die Kennzeichnung des Lichtschutzfaktors zu achten! Die deutsche Norm ist in LSF (Lichtschutzfaktor) angegeben, dem entspricht die französische Norm IP (Indice de Protection). Dagegen wird die amerikanische Norm SPF (Sun Protection Factor) völlig anders errechnet und entspricht höchstens der halben Wirkungsdauer europäischer Produkte. SPF 8 ist demnach vergleichbar mit LSF 4. Das bedeutet, dass Sie nur viermal länger in der Sonne braten dürfen, als es Ihre typenabhängige Eigenschutzzeit erlaubt.
Um eine optimale Schutzwirkung zu erzielen, sollte der Sonnenschutz immer 45 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden. Empfindliche Körperstellen wie Dekolletee, Nasenrücken und Hautpartien, die schon einmal vom Sonnenbrand heimgesucht wurden, zusätzlich mit Sunblockern abdecken! Und denken Sie beim Oben-ohne- oder beim Nacktbaden daran, dass Brust und Po besonders anfällig gegenüber UV-Strahlen sind. Auch Brillenträger sollten die Augenpartie mit einem Sunblocker schützen. Die Strahlung kann nämlich durch die Gläser intensiviert werden. Selbst beim Schwimmen oder Schnorcheln nicht auf das Eincremen vergessen! In 50 cm Wassertiefe sind immer noch 60 Prozent der Sonnenstrahlen wirksam! In jedem Fall sollte die Sonnencreme wasserfest sein, damit man sie nicht wegschwitzen kann. Nach dem Wasser muss neu "geölt" werden, denn beim Abtrocknen bleibt der Sonnenschutz größtenteils im Handtuch.
Wenn Sie auch noch die Ernährung auf die sommerliche Hautbelastung abstimmen, verfügen Sie über ein zusätzliches Schutzschild von innen. Hier sind vor allem die Vitamine B, C und E wichtig. Sie versorgen die Hautzellen mit Feuchtigkeit, Aufbau- und aktivierenden Biostoffen. 300 Gramm Obst und Gemüse täglich genügen. Ideal sind Avocados, Brokkoli, Karfiol, Fenchel, Karotten, Marillen, Mangos, schwarze Johannisbeeren, Ananas und Orangen. Aber an erster Stelle steht Beta-Carotin (Provitamin A). Es hat gleich eine Doppelfunktion. Erstens bekämpft es die so genannten "freien Radikale", das sind aggressive Moleküle, die durch ultraviolette Strahlen in der Haut entstehen und die Zellen massiv angreifen.
Beta-Carotin wird von den Hautzellen aufgenommen und macht dort giftige Substanzen unschädlich. Zweitens gelangt Beta-Carotin über die Blutgefäße in die Oberhaut, wo es sich an die schützenden Hautpigmente anlagert und so hilft, schneller braun zu werden. Es gibt auch Tabletten mit reinem Beta-Carotin in der Apotheke oder im Reformhaus. Sie haben mit den umstrittenen Bräunungs-
tabletten, die das Färbemittel Canthaxanthin enthalten, nichts zu tun. Mit der Einnahme sollte man ca. vier Wochen vor dem Urlaub beginnen. Zu guter Letzt sollten Sie auch immer an folgendes denken: Wenn der Mond in einem Feuerzeichen (Widder, Löwe oder Schütze) steht, ist die Gefahr eines Sonnenbrandes am größten! Im Gegensatz dazu erreichen Sie eine lang anhaltende Bräunung bei abnehmendem Mond!