Glück durch positives Denken
Langeweile und Einsamkeit drücken Hannas Stimmung spätestens, wenn sie nach Feierabend wieder in die eigenen vier Wände zurückkehrt. Die attraktive Vierzigjährige vermisst nach der Scheidung vor zwei Jahren die innige Zweisamkeit einer Partnerschaft. Es ist wie verhext: Alle scheinen jetzt Glück in der Liebe zu haben – bloß sie nicht! Anne, ihre beste Freundin, hat kürzlich geheiratet und Sabine, ihre Arbeitskollegin, schwärmt den ganzen Tag von ihrem neuen Freund. Das tut weh! Wenn Hanna ihrer Mutter ihr Leid klagt, stößt sie auf Unverständnis: „Du hast einen guten Job, eine schöne Wohnung und ein tolles Leben! Wenn das kein Glück ist!“
„Glück bedeutet die Abwesenheit von Unglück“, formulierte einst der Philosoph Arthur Schopenhauer. Für Hanna – und vermutlich die meisten von uns – dürfte diese Beschreibung etwas zu genügsam klingen. Was ist aber Glück wirklich? Die Definitionen dieses Wortes sind vielfältig: Glück kann eine kurzfristige positive Gefühlsregung ebenso sein wie ein dauerhaftes Wohlempfinden – und die Auslöser für diese Emotion sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst.
Auf jeden Fall braucht Hanna nicht zu verzweifeln. Schon die alte Volksweisheit „Jeder ist seines Glückes Schmied“ lehrte uns, dass man das Glücklichsein nicht dem Zufall überlassen darf. Und nicht nur das alte Sprichwort sollte Hanna Hoffnung geben – auch die Wissenschaft gibt jetzt Anlass zum Optimismus: Jüngste Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass man seinem Glück tatsächlich auf die Sprünge helfen kann!
Das Glücksgefühl lässt sich beeinflussen
Natürlich können wir nicht in alle Bereiche unseres Lebensumfeldes eingreifen: Sehr wohl aber können wir unsere Umwelt und unsere Lebenssituation mit anderen Augen betrachten! Glück beginnt im Kopf: Wer sich in seinem Freundes- und Bekanntenkreis umsieht, wird feststellen, dass optimistische und humorvolle Menschen glücklicher zu sein scheinen – und zumeist auch tatsächlich sind – als pessimistische Nörgler.
Das liegt daran, dass man sein subjektiv erlebtes Glücksgefühl verbessern kann. Und zwar ganz einfach: Wir alle müssen lernen, uns auch an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen und diese Augenblicke bewusst zu genießen. Vor allem müssen wir es unterlassen, angenehme Situationen mies zu machen, indem wir diese relativieren und nach dem berühmten Haar in der Suppe suchen! Wer jene Erlebnisse hervorhebt, die ihm Freude bereiten, statt über Umstände zu jammern, die ebenso unangenehm wie unabänderlich sind, der empfindet sein Leben unweigerlich als wertvoller.
Auch der Humor spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Wer sich nicht allzu ernst nimmt und in der Lage ist, über sich selbst zu lachen, der kann schlechte Erfahrungen wesentlich besser wegstecken. Und noch etwas: Man kann sich selbst auf eine sinnvolle Weise überlisten! Wer so tut, als ob er glücklich wäre, rückt dem tatsächlichen Glücklichsein ein Stückchen näher!
Zum Glück gehören Grundvoraussetzungen
Für die meisten Menschen gibt es einige Schlüsselfaktoren, die für sie zum Glücklichsein gehören: Der deutsch-iranische Psychologe Nossrat Peseschkian kam nach vergleichenden Untersuchungen in mehreren Kulturen zum Schluss, dass die Menschen in allen Kulturkreisen vier Faktoren zum Glücklichsein brauchen: Gesundheit, finanzielle Sorglosigkeit, soziale Kontakte und einen Sinn im Leben.
Nach dem amerikanischen Psychologen und Glücksforscher Martin Seligmann ist man dann glücklich, wenn Genüsse erlebt, Wünsche erfüllt und Ziele erreicht werden. Er empfiehlt jedem Menschen, seinen eigenen Lebensplan zu entwerfen, der seine individuellen Wünsche und Ziele enthält. Wenn dieser Plan feststeht, sollte jeder versuchen, seiner idealen Vision in kleinen Etappen näher zu kommen. Dabei gilt es allerdings – beruflich und privat – Unterforderung oder Überforderung zu vermeiden, denn dann geht alles leicht von der Hand und man steigert sein Selbstwertgefühl!
Für die meisten von uns werden in ihrem Lebensplan auch andere Menschen vorkommen: Partner, Freunde, Bekannte. Natürlich ist es nicht einfach, den Traumpartner zu finden – und das lässt sich auch nicht im Handumdrehen realisieren. Umso wichtiger ist es aber, gute und intensive Beziehungen zu Freunden, Bekannten, Eltern und Geschwistern zu pflegen, denn ein intaktes Umfeld bietet jedem Menschen ausreichend Halt, um den Herausforderungen des Lebens zu trotzen!
Auch das Glück hat seinen Preis
Spätestens jetzt sollte jedem von uns klar sein, dass uns das Glück nicht aus heiterem Himmel zuteil wird, sondern unsere aktive Mitwirkung erfordert. Hier widerspricht Seligmann Schopenhauers These vehement: Glück entsteht nicht durch den Wegfall oder die Abwesenheit von Unglück – nach der Überwindung von Kummer und Leid gelangen wir bestenfalls zu einem einigermaßen neutralen Zustand, sind aber deshalb noch lange nicht glücklich! Das Glück muss vielmehr aktiv und tatkräftig erarbeitet werden. Damit dies gelingt, ist natürlich ein nicht zu unterschätzender Energieaufwand nötig. Dennoch scheint dieser Preis für ein glückliches Leben gering und durchaus gerechtfertigt.
Ein gutes Beispiel ist das Thema Bewegung. Sie werden sich jetzt natürlich fragen, was Sport mit Glück zu tun hat – und Sie werden staunen! Allein die Tatsache, dass wir uns dazu aufraffen und unsere Bequemlichkeit überwinden, gibt uns schon ein gutes Gefühl. Doch damit nicht genug: Studien haben gezeigt, dass regelmäßige Bewegung die Vernetzung von Gehirnzellen fördert und damit unser Gefühlsleben stabilisiert. Und mehr noch: Bei vielen Menschen werden durch sportliche Betätigung Endorphine, also Glückshormone ausgeschüttet, die angeblich ebenfalls einen Glückszustand auslösen können.
Manchmal sind es aber auch die Umstände, die uns die nötigen Anstöße geben können. So bleibt es keinem von uns erspart, mit unangenehmen Situationen und mehr oder weniger schweren Schicksalsschlägen konfrontiert zu werden. Egal, ob es sich um eine Trennung in der Partnerschaft, um den Verlust des Jobs oder gar um einen Todesfall handelt: Gerade solch bittere Ereignisse können uns jene Motivation geben, um unseren Lebensplan neu zu erstellen oder entsprechend umzuschreiben. So paradox es klingen mag: Krisen reißen uns aus dem Alltagstrott heraus und veranlassen uns zu einer Neuorientierung, sodass aus Unglück doch noch Glück entstehen kann…
((box))
So werden Sie ein glücklicher Mensch:
* Entwerfen Sie einen Lebensplan mit Ihren individuellen Wünschen und Zielen und versuchen Sie, dieser Vision in kleinen Schritten näher zu kommen!
* Vermeiden Sie dabei beruflich und privat Unterforderung oder Überforderung, dann geht alles leicht von der Hand und Sie steigern Ihr Selbstwertgefühl!
* Pflegen Sie gute und intensive Beziehungen zu Freunden und Bekannten, denn ein intaktes Umfeld bietet Ihnen ausreichend Halt!
* Erfreuen Sie sich an den kleinen Dingen des Lebens und genießen Sie diese Augenblicke ganz bewusst und konzentriert!
* Heben Sie Erlebnisse hervor, die Ihnen Freude bereiten, statt über Umstände zu jammern, die unabänderlich sind!
* Machen Sie sich angenehme Situationen nicht mies, indem Sie diese relativieren oder ständig nach Fehlern suchen!
* Wer so tut, als ob er glücklich wäre, rückt dem tatsächlichen Glücklichsein ein Stückchen näher!
* Nehmen Sie sich nicht allzu ernst und lernen Sie, auch über sich selbst zu lachen!
* Treiben Sie regelmäßig Sport, denn die Überwindung stärkt Ihr Selbstwertgefühl und die ausgeschütteten Glückshormone können zum Wohlbefinden beitragen.
