Botschaften aus dem Jenseits

Niemand weiß wirklich, wohin die Seele nach dem Sterben wandert. Aber immer wieder erzählen Menschen, dass sie Kontakt mit Verstorbenen hatten.
Wenn ein geliebter Mensch stirbt, kann nichts die Leere ausfüllen, die er hinterlässt. Es ist daher verständlich, dass viele Trauernde den Versuch unternehmen, mit den Verstorbenen in Kontakt zu treten, denn das endgültige Aus ist schwer zu akzeptieren. Obwohl alle Religionen die Unsterblichkeit der menschlichen Seele verkünden und ein allgemeines fröhliches Wiedersehen nach dem Tod versprechen, ist das nicht wirklich ein Trost für die Hinterbliebenen. So wird jedes Zeichen, jede Botschaft aus dem Jenseits dankbar angenommen.

Und tatsächlich soll es immer wieder zu ungewöhnlichen Begegnungen mit Dahingeschiedenen gekommen sein. Die Art und Weise, wie sich die Toten bemerkbar machen, ist recht unterschiedlich. Es wird erzählt, dass völlig grundlos deren Fotografien von den Wänden fallen, Uhren immer wieder zur Todesstunde stehen bleiben, während Zimmertüren von selbst auf- und zugehen oder das Licht plötzlich zu flackern beginnt, Telefonanrufe aus dem Jenseits eintreffen oder Stimmen gehört werden, die eindeutig verstorbenen Menschen zugeordnet werden können.

Es soll auch möglich sein, die Anwesenheit von Seelen zu spüren, zum Beispiel durch einen kühlen Luftzug in geschlossenen Räumen oder durch Wärmeempfindung am Körper. Manchmal erscheinen die Verstorbenen in ihrem irdischen Körper und geben ihren Verwandten und Freunden nützliche Informationen. So soll ein Vater einige Zeit nach seinem Tode einem seiner Söhne erschienen sein und diesen von der Existenz und dem Aufbewahrungsort eines zweiten Testaments erzählt haben, das dann auch tatsächlich an der bezeichneten Stelle gefunden wurde.

Verbindung zum Jenseits?

Einem Pferdezüchter erschien am helllichten Tag ein Freund, den er schon längere Zeit nicht mehr gesehen hatte. Dieser ritt auf einer braunen Stute mit schwarzer Mähne. Er war dicker als sonst und trug einen Bart, während er vorher immer glatt rasiert war. Auf seine Erkundigungen hin erfuhr der Pferdezüchter zu seiner Verblüffung, dass sein Freund beim Ausritt auf einer braunen Stute mit schwarzer Mähne einen tödlichen Reitunfall hatte. Auch habe der Freund im letzten Jahr ziemlich an Gewicht zugelegt und sich einen Bart wachsen lassen.
Mit Berichten dieser Art wurden schon Bücher gefüllt. Sie sind nicht immer so spektakulär, aber alle deuten darauf hin, dass es eine Verbindung zum Jenseits geben könnte. Obwohl es sich bei den erwähnten Fällen um Erscheinungen handelt, die naturwissenschaftlich nicht erklärt werden können, sollten sie doch zu denken geben. Immerhin ist nicht anzunehmen, dass alle Menschen, die von Botschaften aus dem Jenseits berichten, total verrückt sind.
Aufgrund von Umfragen kam die „British Society for Psychical Research“ zu dem Ergebnis, dass etwa zehn Prozent der Europäer im Wachzustand und bei klarem Bewusstsein übersinnliche Wahrnehmungen erleben, die man als Erscheinungen aus dem Jenseits bezeichnen kann. Parapsychologen und Spiritisten führen diese Phänomene auf die intensiven Bemühungen eines Verstorbenen zurück, den Lebenden etwas Wichtiges mitzuteilen.
Es kann sich dabei um Angelegenheiten oder Ereignisse handeln, die sowohl für den „Empfänger“ dieser Botschaften von Bedeutung sind, als auch für den „Sender“. Häufig geht es um Warnungen vor Unglücksfällen oder Katastrophen, aber auch um Hilferufe der Toten, die unerledigte Dinge im irdischen Dasein zurückgelassen haben. Seelen, die auf tragische Weise ums Leben gekommen sind oder von ihren irdischen Angehörigen nicht „losgelassen“ werden, sollen oft Schwierigkeiten haben, sich von der irdischen Welt zu trennen.

Vermittler zwischen den Welten

Es gibt auch unzählige Berichte darüber, dass es gelungen sei, mittels eines Mediums mit Toten zu kommunizieren, ja sogar längere Gespräche zu führen. Dies geschieht während einer spirituellen Sitzung, bei der sich das Medium in Trance versetzt, um auf eine andere Bewusstseinsebene zu gelangen, denn nur hier kann sich der Gedankenaustausch zwischen Lebenden und Toten abspielen.
Das Medium ist dabei so etwas wie ein Vermittler zwischen den Welten. Es empfängt Botschaften, empfindet Eindrücke, sieht mit seinem geistigen Auge und hört Stimmen, die akustisch für die anderen meist nicht wahrnehmbar sind. Angeblich kann ein Medium diese Eindrücke filtern und unterscheiden, ob die Nachrichten auch tatsächlich von dem angesprochenen Verstorbenen kommen. Allerdings ist es erstaunlich, dass bei diesen medialen Kontakten niemals spirituelle oder religiöse Themen erwähnt werden, sondern nur nichtssagende, alltägliche Details. Es wird auch oft kritisiert, dass die von Medien übermittelten Botschaften ihrem Inhalt nach bisweilen recht belanglos sind.
Warum, so fragt man sich, verschwenden die Toten kostbare Augenblicke mit Geschwätz und Familientratsch? Warum wird man mit uninteressanten Nachrichten überschüttet, während die großen Fragen unbeantwortet bleiben? Sollten diese kostbaren Momente nicht zur Lösung tiefgründiger Probleme genützt werden? Diese Unzufriedenheit mit den Inhalten von Jenseitsnachrichten ist verständlich und jedes gute Medium ist sich dessen bewusst.

Beweise für das Unerklärliche?

Die Parapsychologie findet dafür eine sehr einfache Erklärung: Nach dem Tod verweilt die Seele oft noch längere Zeit in der Nähe ihres Körpers beziehungsweise in der ihr vertrauten Umgebung. Die Belanglosigkeiten sind sogar von großer Bedeutung, denn sie liefern den Schlüssel zur Identifizierung des Toten. Wer also den trivialen Dingen keine Beachtung schenkt, banale Details nicht zu registrieren pflegt, wird auch mit seinen medialen Verbindungen zum Jenseits kein Glück haben.
Ein interessantes Argument dafür, dass die Toten immer wieder in ihre alte Umgebung zurückkehren, liefert die Psychofotografie: Auf Fotografien erscheinen Menschen – die bei der Aufnahme nicht sichtbar waren – zwar etwas verschwommen, aber sie sollen doch eindeutig als verstorbene Familienmitglieder erkennbar sein. Die Fotos wurden angeblich mit normalen Filmen und einer Kamera gemacht, die vorher genau überprüft wurde.
Als weiterer Beweis für die Existenz von Jenseitskontakten werden häufig Tonbandaufnahmen herangezogen. Bei der Wiedergabe sollen sich unvermutet Stimmen gemeldet haben, die sich als verstorbene Personen zu erkennen gaben. An der Echtheit dieser Nachrichten aus dem Jenseits besteht angeblich kein Zweifel. Die Stimmen waren nämlich imstande, Ereignisse anzukündigen, die im Nachhinein tatsächlich stattfanden. Auch gaben Verstorbene zuweilen Dinge preis, über die niemand anderer Bescheid wissen konnte. So verriet die Stimme eines Verstorbenen das geheime Versteck von Briefen, die dann tatsächlich dort aufgefunden wurden.
Es gibt eben mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt. Während diese Geschichten in der Vergangenheit schlicht als Spinnerei abgetan wurden, gibt es heute immer mehr namhafte Wissenschaftler, die solche Erscheinungen auf seriöse Weise zu ergründen versuchen. Man darf gespannt sein, zu welchem Schluss sie kommen!

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