Das Jahr des Hasen

Am 3. Februar 2011 beginnt im chinesischen Kalender ein neues Jahr. Lesen Sie hier, was uns das Jahr des Hasen aus der Sicht des chinesischen Horoskops bringen wird!

Es ist eines der bedeutendsten Feste Ost- und Südostasiens: das chinesische Neujahr. Am 3. Februar ist es wieder so weit: Mit großem Brimborium werden die Menschen nicht nur im Fernen Osten, sondern auch in den Chinatowns der westlichen Hemisphäre das Jahr des Hasen willkommen heißen. Feuerwerke werden den Himmel erhellen und die berühmten Drachentänze werden wieder Heerscharen von Schaulustigen in die Geschäftsstraßen locken. Die Feierlichkeiten enden traditionell am 15. Tag des neuen Jahres mit dem malerischen Laternenfest.
Das chinesische Neujahrsfest fällt niemals mit unserem westlichen Neujahrstag zusammen, sondern wird seit jeher am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende begangen – also immer zwischen Ende Januar und Ende Februar. Im Jahre 2010 war dies der 14. Februar, 2011 ist es der 3. Februar. Das liegt daran, dass sich das chinesische Neujahr nicht an unserem gregorianischen Kalender orientiert, sondern am traditionellen chinesischen Kalender.
Dieser geht auf eine uralte Legende zurück, nach der Buddha – in manchen Überlieferungen handelt es sich auch um den mythologischen Kaiser Yu Di – alle Tiere zu einem Festmahl lud. Da sich aber keineswegs alle Vertreter des Tierreichs einfanden, belohnte er jene zwölf Tiere, die der Einladung nachkamen, mit der Patenschaft über je ein Jahr. Diesem durften sie nicht nur ihre Namen, sondern auch ihre Wesenszüge verleihen. Das erste Jahr wurde der Ratte zugeteilt und die folgenden Jahre dem Büffel, dem Tiger, dem Hasen, dem Drachen, der Schlange, dem Pferd, der Ziege, dem Affen, dem Hahn, dem Hund und dem Schwein.

Das chinesische Horoskop

Wenngleich es sich dabei natürlich um keine historische Überlieferung handelt, fand dieses Prinzip Eingang in den traditionellen chinesischen Kalender oder „Bauernkalender“, wie er auch genannt wird. Bei diesem bestimmt nicht nur der Sonnenzyklus die Länge eines Jahres, sondern auch der Mondzyklus, der maßgeblich für die Länge der Monate ist.
Der traditionelle chinesische Kalender stellt auch das Fundament des chinesischen Horoskops dar, denn seine zwölf Tiere bilden gleichzeitig dessen Tierkreiszeichen – auch, wenn man im chinesischen Horoskop eigentlich nicht von Stern- oder Tierkreiszeichen spricht, sondern von „Erdzweigen“.
Jedes der zwölf Tiere aus der Legende beherrscht also ein Jahr und nach zwölf Jahren beginnt der Reigen von vorn. Dabei verleihen die Tiere nicht nur dem Jahr ihre Charaktereigenschaften, für das sie Pate stehen, sondern auch den Menschen, die in diesem Jahr geboren sind. Das kommende Jahr – nach chinesischer Zeitrechnung ist es das Jahr 4709 – wird vom Hasen beherrscht. Alle Menschen, die während dieser Zeit das Licht Welt erblicken, werden von den Wesenszügen des Hasen geprägt, aber auch bei allen anderen Menschen machen sich die Eigenschaften des Hasen deutlicher bemerkbar als in anderen Jahren. Doch um welche Merkmale handelt es sich da eigentlich?

Der Hase im Horoskop

Der Hase –in manchen Überlieferungen tritt er auch in der Gestalt einer Katze auf – soll der Legende nach vom Mond abstammen. Sein sanfter, zurückhaltender, nachdenklicher, bisweilen sogar verträumter Charakter legt diesen Verdacht durchaus nahe. Niemals würde er sich in den Vordergrund drängen, vielmehr zieht er es vor, das Geschehen aus gebührlicher Distanz zu beobachten und seine Schlüsse zu ziehen. Wenn er aktiv wird, so geschieht dies stets auf höfliche und taktvolle Weise. Seine Handlungen sind besonnen und niemals überstürzt, denn bei seinen Entscheidungen kommt ihm sein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen zugute.

Das kommende Jahr gilt als Mondjahr 4709 im chinesischen Kalender und steht im Zeichen des Hasen.

Wie sein Vorbild in der Natur gilt der Hase-Geborene als sehr vorsichtig und sogar ein wenig misstrauisch. Es dauert lange, bis er Vertrauen zu jemandem gewinnt und ihm sein Herz öffnet. Das liegt daran, dass er große Angst hat, verletzt zu werden, denn Harmonie spielt eine wesentliche Rolle in seinem Leben. Konfrontationen geht er lieber aus dem Weg – eher würde sich der loyale und verschwiegene Hase zurückziehen als offene Kritik an einem Zustand oder gar einer Person zu äußern.
Obwohl er sein Herz nicht gerade auf der Zunge trägt, ist er dennoch sehr redegewandt und versteht es, auf die Menschen in seiner Umgebung mit einer großen Portion Diplomatie zuzugehen. Dabei ist ihm seine Sensibilität für die Gefühle und Bedürfnisse anderer sehr hilfreich. Umgekehrt ist der Hase sehr verletzlich und kann mit Kritik an seiner Person nur schwer umgehen. Auch, wenn er es sich nicht gleich anmerken lässt, kann er leicht beleidigt und ziemlich nachtragend sein.

Der Charakter des Hasen

Sein Mitgefühl ist stark ausgeprägt: Er kann es nicht ertragen, andere Menschen leiden zu sehen. Das betrübt ihn so sehr, dass er es lieber vermeidet, auf bedauernswerte Zeitgenossen zu treffen – um Krankenbesuche oder gar Begräbnisse macht er in der Regel einen großen Bogen.

Festgefahrene Positionen werden aufgelockert und Kompromisse rücken wieder in greifbare Nähe.

Seine praktische Hilfsbereitschaft hält sich aus diesem Grunde eher in Grenzen: Er bringt es einfach nicht fertig, sich mit negativen Dingen zu belasten. Wenn es darum geht, im Haushalt oder im Freundeskreis mit anzupacken, wird er versuchen, sich mit kreativen Ausreden davor zu drücken. Generell ist er bestrebt, allem aus dem Weg zu gehen, was er als unangenehm empfindet.
Viel lieber beschäftigt sich der Hase mit den schönen Seiten des Lebens: Er liebt die Natur ebenso wie die Kultur und gilt als hoffnungsloser Romantiker. Dass sein Lebenswandel durchaus kospielig sein kann, stellt kein großes Problem für ihn dar, da er gut mit Geld umgehen kann und seine Karriere sehr zielstrebig verfolgt. Entspricht die Realität nicht seinen Vorstellungen, dann flüchtet der Genießer auch ganz gerne in Traumwelten.

Der Einfluss des Hasen

Nachdem sich die Charaktereigenschaften des Hasen nach Ansicht des chinesischen Horoskops bei den meisten Menschen im kommenden Jahr stärker manifestieren als sonst, können wir also mit einem Jahr rechnen, das unspektakulärer verläuft als das vorangegangene Jahr des Tigers. Dieses hat ja so manchen von uns ziemlich gefordert: Initiative und Tatendrang waren mehr gefragt, als es vielen von uns lieb war – und so fühlten sich nicht wenige Menschen, aber auch politische Machthaber ein wenig überfordert. Dennoch hat das Jahr des Tigers für gravierende Veränderungen gesorgt – eine Entwicklung, die mit dem Hasen nun wieder deutlich gebremst wird.

Da der Hase ein Gespür für Herzensangelegenheiten hat, dürfte das Liebesglück wieder in den Vordergrund rücken.

Man wird jetzt wesentlich entspannter an die Dinge herangehen und so ist mit einer weit weniger hektischen und zielstrebigen Atmosphäre zu rechnen. Das schafft natürlich gute Voraussetzungen für die internationale Diplomatie, in der festgefahrene Positionen wieder etwas aufgelockert werden und gangbare Kompromisse größere Chancen haben, in greifbare Nähe zu rücken. Auch in der Innenpolitik dürfte die Zeit heftiger Auseinandersetzungen und brutaler Machtkämpfe nun vorbei und das politische Klima wieder stärker durch ein konstruktives Miteinander geprägt sein. Andererseits besteht auch die Gefahr, dass eine fast schon übertriebene Kompromissbereitschaft einer klaren Linie und einer effizienten Umsetzung im Weg steht.
Dessen ungeachtet, sollte das Mitgefühl des Hasen bewirken, dass das Allgemeinwohl ebenso stärker in den Mittelpunkt des Handelns rückt wie das Wohlergehen jedes Einzelnen von uns. Auch, wenn die aktive Realisierung sozialer Verbesserungen nur schleppend vorankommen dürfte, wird die Bereitschaft zunehmen, zu teilen und Bedürftigen zu helfen, um für ein harmonischeres Miteinander zu sorgen.
Was das Individuum betrifft, so ist auf ein Jahr zu hoffen, in dem die Liebe wieder in den Vordergrund tritt. So ist mit einer Intensivierung von Partnerschaften und einer Vertiefung von Freundschaften zu rechnen. Da der Hase ein gutes Gespür für Herzensangelegenheiten hat, können wir uns wieder stärker auf unser Bauchgefühl verlassen, was in Kombination mit mehr Friedfertigkeit dazu beiträgt, dass das Glück in der Liebe wieder in den Vordergrund tritt!

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