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Die Astrologie: Himmelskörper als Antwort auf die Lebensfragen

Schon seit vielen Jahrtausenden ist der Mensch auf der Suche nach seiner Stellung im Universum und nach Antworten auf die Frage nach seiner gemeinsamen und individuellen Zukunft. Besonders ausgeprägt ist dieses Streben in Zeiten, die durch Krisen, Krankheiten oder Katastrophen geprägt sind. Doch auch in Phasen des Glücks und der Harmonie, wenn alles seinen gewohnten Weg geht, möchten die meisten von uns wissen, was die Zukunft für sie bereithält und was sie in den Bereichen Gesundheit, Partnerschaft und Beruf erwartet.

Obwohl sich gewisse Umstände oder Probleme durch diese Erkenntnisse nicht von selber verändern, gestattet das Wissen den Menschen dennoch, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen oder im Falle unvermeidlicher Ereignisse wenigstens eine andere Haltung seinem Schicksal gegenüber einzunehmen. Wie der berühmte Neurologe, Psychiater und Psychotherapeut Viktor Frankl feststellte, hilft es einem Menschen dabei, eine schwierige Situation zu überwinden, wenn er in dieser einen Sinn erkennen kann.

Um also einen Blick in die Zukunft zu werfen, kamen die Menschen angesichts des überwältigen Erscheinungsbildes des nächtlichen Sternenhimmels auf die Idee, die Himmelskörper zu befragen und legten damit der Grundstein für die Astrologie. Diese Himmelsbeobachtungen bildeten die gemeinsamen Wurzeln der Astronomie und der Astrologie.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich die beiden Wissensgebiete aber auseinander und stellen heute zwei getrennte Disziplinen dar: Während die Astronomie das Weltall und die Himmelskörper mit naturwissenschaftlichen Methoden untersucht, beschäftigt sich die Astrologie mit der systematischen Deutung der Himmelskörper unseres Sonnensystems und ihrer Stellung am Firmament. Der Begriff Astrologie stammt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus den Wörtern „astron“ (der Stern) und „logos“ (das Wort; die Lehre) zusammen. Der Ausdruck Astrologie heißt somit nichts anderes als Lehre von den Sternen und wird auch gerne als Sterndeutung bezeichnet.

Die Astrologie kann sowohl dazu dienen, die menschliche Psyche zu durchleuchteten, als auch dazu, ein Fenster in die Zukunft zu öffnen. Damit sind Astrologen in der Lage, Hilfestellung zu geben, wenn Probleme auftreten oder Entscheidungen zu treffen sind, indem sie einen direkten Bezug zwischen dem Ratsuchenden und dem „Drehbuch“ seines Schicksals herstellen.

In den meisten klassischen Formen der Sterndeutung errechnen die Astrologen jene Konstellation von Himmelskörpern, die sich im Augenblick der Geburt eines Menschen vom Geburtsort aus gesehen zeigt. Die Darstellung dieser Konstellation ergibt ein so genanntes Horoskop. Auch dieser Begriff stammt aus dem Altgriechischen und leitet sich von den Wörtern „hora“ (Stunde) und „skopein“ (schauen) ab, bedeutet demnach so viel wie „Stundenschau“. Das Horoskop ist also nichts anderes als eine astronomische Skizze des Himmels zum Zeitpunkt der Geburt.

Dieses so genannte Geburtshoroskop wird deshalb für den Augenblick des ersten Atemzugs eines Neugeborenen gestellt, weil die meisten Formen der Astrologie davon ausgehen, dass der Mensch genau dann beginnt, in einen Energieaustausch mit dem Kosmos zu treten. Dieser Zeitpunkt gibt ein ganz konkretes astrologisches Energiemuster vor, das im Horoskop ersichtlich ist und das Leben des Betreffenden von der Geburt bis zum Tod begleitet.

Die verschiedenen Formen der Astrologie

Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Kulturen entwickelten sich im Laufe der Zeit auch verschiedene Formen, Interpretationen und Methoden der Astrologie. Zu den heute bedeutendsten und am weitesten verbreiteten Arten der Astrologie gehören die westliche oder abendländische Astrologie, die chinesische Astrologie, die vedische Astrologie und die indianische Astrologie.

Die westliche oder abendländische Astrologie hat ihre Wurzeln in Mesopotamien. Die Sumerer und Babylonier nutzten die Beobachtung des Himmels zur Wettervorhersage, erkannten aber allmählich auch ihre Möglichkeiten für andere Prognosen. Im antiken Griechenland und im alten Rom wurde die Lehre weiterentwickelt, geriet im Laufe des Mittelalters aber fast in Vergessenheit. Erst in der Renaissance entdeckten Wissenschafter wie Kopernikus, Kepler oder Paracelsus die alten Lehren wieder und waren ebenso von deren Richtigkeit überzeugt wie weltliche und kirchliche Herrscher. Mit dem Aufstieg moderner Naturwissenschaften wurde die Astrologie zwar von den Universitäten verbannt, hielt sich aber über die Jahrhunderte und feiert in unseren Tagen erneut ein Comeback.

In der abendländischen Astrologie kann die Sonne zum Zeitpunkt der Geburt eines Menschen in zwölf verschiedenen Sternbildern stehen: Widder, Stier, Zwilling, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Ort und Zeit der Geburt bestimmen somit das Tierkreiszeichen (Sternzeichen) einer Person. Vor allem für den Charakter eines Menschen spielt in der abendländischen Astrologie auch der Aszendent eine große Rolle. Das ist jenes Sternbild, das zur Geburtszeit am östlichen Horizont aufgeht und alle zwei Stunden wechselt. Daneben wird auch die griechische Lehre der vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser in die Interpretation einbezogen.

Die chinesische Astrologie beeinflusst seit 5000 Jahren das Leben der Menschen in China, Japan, Korea und Südostasien. Für die westliche Welt ist die asiatische Lebensphilosophie aber bisweilen nur schwer verständlich, zumal nicht Macht und Geld, sondern innere Freiheit und Selbstverwirklichung als erstrebenswert gelten. So soll auch das Horoskop vor allem die Frage beantworten, wie man zu innerem Frieden gelangen kann.

Im Gegensatz zur westlichen Astrologie bestimmt nicht die Position der Sonne, sondern jene des Mondes im Augenblick der Geburt darüber, welchem Sternzeichen man zugeordnet wird. Der Zyklus ist in zwölf Jahre statt in zwölf Monate unterteilt und kennt die Tierkreiszeichen (Pinyin) Büffel (Kuh), Tiger, Hase (Katze), Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein.

Auch die Astrologie Indiens ist mehrere Jahrtausende alt. Da sie auf den heiligen Schriften des Hinduismus (Veda) basiert, wird sie auch als vedische Astrologie bezeichnet, während sie in Indien den Namen „Jyotisha“ (Licht) trägt. Auch sie teilt den Tierkreis in 360 Grad ein, kennt aber 27 statt zwölf Häuser. Wie in der chinesischen Astrologie entscheidet zum Zeitpunkt der Geburt die Position des Mondes statt jener der Sonne über die Zugehörigkeit zu einem der zwölf Tierkreiszeichen (Rashis).

Das Horoskop, das als Kreis der Wiedergeburt (Janma Kundali) bezeichnet wird, dient aber ebenfalls dazu, Aussagen über die Persönlichkeitsstruktur und den Lebensverlauf eines Menschen zu treffen. Dazu werden wie bei abendländischen Horoskopen die Transite herangezogen, wobei die Progressionen großteils durch ein System namens Maha Dasas ersetzt werden.

Die indianische Astrologie betrachtet die Existenz jedes Lebewesens als einen Kreis aus Geburt, Tod und Wiedergeburt. Diesen magischen Kreis, den jeder durchlaufen muss, nennt sie Erd- oder Medizinrad, das in zwölf Monde unterteilt ist. Bei seiner Geburt betritt ein Mensch dieses und erhält je nach Geburtsmond ein Totem (Zeichen, Schutzgeist) zugeordnet, das durch ein bestimmtes Tier – Schneegans, Otter, Puma, Habicht, Biber, Hirsch, Specht, Stör, Braunbär, Rabe, Schlange und Wapiti – charakterisiert wird.

Neben den Totems kennt das indianische Medizinrad noch bestimmte Pflanzen und gewisse Mineralien, die ebenfalls Einfluss auf das Leben des Einzelnen nehmen. Darüber hinaus bestimmen Elementeklans, die durch Tiere verkörpert und den vier Grundelementen zugeordnet werden, die Beziehung der Tiere, Pflanzen und Mineralien zueinander.

Eher kritisch sollte man dagegen die keltische Astrologie betrachten, die als Baumhoroskop weite Verbreitung gefunden hat. Aus historischen Quellen über Religion und Bräuche der Kelten gibt es keinerlei Belege für ein solches Horoskop – und ein deutsches Gerichtsverfahren hat enthüllt, dass es sich dabei um die Erfindung einer französischen Journalistin handelt!

Das soll aber die Authentizität der anderen beschriebenen Formen der Astrologie keineswegs in Zweifel stellen. Dennoch sollte eines klar sein: Horoskope können immer nur Eigenschaften von Personen und Tendenzen für Ereignisse aufzeigen. Wie man damit umgeht, das muss jeder Mensch für sich entscheiden. Nützt er dieses Wissen, so kann die Astrologie eine wertvolle Hilfe zur Gestaltung eines glücklicheren und erfolgreicheren Lebens sein!

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