Gesund mit Vitamin D

Die auch unter dem Namen Calciol bekannte Substanz ist von großer Bedeutung für unseren Organismus. Hier erfahren Sie, warum wir sie so dringend benötigen und welche Risiken ein Mangel birgt!

„Die Symptome traten nicht von einem Tag auf den nächsten auf, sondern machten sich langsam und ganz allmählich bemerkbar“, erzählt uns Marie, 58. „Zuerst dachte ich, ich wäre einfach mit meiner Arbeit überfordert, denn ich war relativ nervös und gereizt und litt immer öfter unter Schlafstörungen. Daher war ich auch immer müde und konnte mich nur schwer konzentrieren. Ich war der festen Überzeugung, dass meine innere Unruhe auch dafür verantwortlich war, dass ich mir auffallend oft eine Erkältung zuzog.“
Wie viele Menschen geht Marie nicht gern zum Arzt und zieht es zumeist vor, selbst eine Diagnose zu stellen. „In weiterer Folge schloss ich, dass ich zu Rheuma oder Hexenschüssen neigen musste, da ich sehr oft an Gliederschmerzen litt. Als ich jedoch immer öfter das Gleichgewicht verlor und hinfiel, entschloss ich mich doch endlich, einen Arzt um Rat zu fragen. Dieser kam nach einem Bluttest auch rasch zu einer Diagnose: akuter Vitamin-D-Mangel!“

Was ist Vitamin D eigentlich?

Wenn wir vom Vitamin D sprechen, so meinen wir eigentlich das Vitamin D3. Diese auch als Cholecalciferol, Colecalciferol oder kurz Calciol bezeichnete Substanz ist ein sogenanntes Secosteroid und damit eine fettlösliche und wasserabweisende chemische Verbindung.
Vitamin D wird in der Haut unter Einwirkung von ultraviolettem Licht gebildet und anschließend an den ganzen Körper abgegeben. Dort liegt die Substanz zunächst als sogenanntes Prohormon vor – also als Vorläufer eines Hormons – und wird anschließend in der Niere über eine weitere Zwischenstufe in das Hormon Calcitriol umgewandelt.
Eine zentrale Aufgabe des Vitamins D liegt in der Regulierung des Calcium- und des Phosphathaushalts im Blut, indem es die Aufnahme dieser Mineralien aus dem Darm sowie die Mineralisierung der Knochen fördert. Damit ist die Substanz für den gesunden Knochenaufbau unerlässlich. Vitamin D hat aber auch einen großen Einfluss auf unser Immunsystem und reguliert darüber hinaus das Wachstum (Proliferation) und das Absterben (Apoptose) von Zellen.

Was passiert bei Vitamin-D-Mangel?

Eine Unterversorgung mit Vitamin D kann bei Kindern zu Rachitis führen, da die Knochen nur dann Calcium aufnehmen können, wenn gleichzeitig auch Cholecalciferol zugeführt wird. Der daraus resultierende Calcium-Mangel führt zu einer Wachstumsstörung der kindlichen Knochen, die bis hin zur Verformung gehen kann. Bei Erwachsenen kann ein Defizit an Vitamin D zur Osteoporose führen, die ebenfalls durch einen Calcium-Mangel hervorgerufen wird. Die auch als Knochenschwund bekannte Erkrankung, die vor allem ältere Menschen befällt, führt zu einer Abnahme der Knochendichte und damit zu einer erhöhten Bruchanfälligkeit. Die Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung im fortgeschrittenen Lebensalter.
Ein erhöhtes Risiko besteht bei einem Calciol-Mangel allerdings auch für Erkrankungen, die mit dem Immunsystem zusammenhängen. Dazu gehören diverse Allergien samt Asthma, aber auch Autoimmunkrankheiten wie Diabetes mellitus Typ 1, Arthritis, Multiple Sklerose oder Morbus Crohn, eine chronische Darmentzündung. Darüber hinaus ist nach aktuellen Erkenntnissen die Infektionsgefahr für Atemwegserkrankungen und Tuberkulose ebenfalls höher.
Ein permanenter Mangel an Cholecalciferol kann auch zu Beschwerden des Herz-Kreislaufsystems führen. Dazu gehören neben Bluthochdruck vor allem Erkrankungen der Herzkranzgefäße, die wiederum ein erhöhtes Herzinfarktrisiko mit sich bringen. Neueste Studien gehen davon aus, dass ein Vitamin-D-Mangel zudem das Entstehen der Altersdemenz und der Parkinson-Krankheit fördert. Zu guter Letzt deutet vieles darauf hin, dass Vitamin D eine schützende Wirkung gegen verschiedene Krebsarten hat und eine Unterversorgung einen Risikofaktor für die Entstehung von Brust-, Nieren-, Dickdarm-, Bauchspeicheldrüsen- und Eierstockkrebs darstellt.

Wie kommt man zu seinem Vitamin D?

Eigentlich ist es ganz leicht, seinen Organismus mit ausreichend Vitamin D zu versorgen! Nach aktuellem Wissensstand sollten dem Körper täglich etwa 20 Mikrogramm dieser Substanz zugeführt werden. Die einfachste Methode besteht darin, es vom eigenen Körper bilden zu lassen! Da Cholecalciferol in der Haut unter Einwirkung von ultraviolettem Licht synthetisiert wird, reicht es, sich einfach in der Sonne aufzuhalten. Damit die Haut Vitamin D bilden kann, braucht sie in unseren Breitengraden zumindest 20 Minuten Sonneneinstrahlung pro Tag – was eigentlich gar nicht so viel ist: Wer täglich einen Spaziergang macht oder ein wenig Sport im Freien betreibt, sorgt im Grunde genommen schon für einen ausreichenden Calciol-Spiegel.
Versteckt sich die Sonne hinter dichten Wolken, wie dies vor allem in der kalten Jahreszeit oft genug vorkommt, müssen wir das Vitamin D mit der Nahrung aufnehmen. Besonders viel Cholecalciferol ist in Lebertran enthalten, aber auch in Fettfischen wie Lachs, Hering, Makrele, Sardine, Thunfisch oder Aal sowie in Hühnereiern und Avocados ist es in größeren Mengen vorhanden. In geringerer Dosis finden wir es in Geflügel, Rinderleber, fetten Milchprodukten wie Butter, Sahne und Käse sowie in Vollkorngetreide. Besonders viel Vitamin D ist auch in Pilzen enthalten: 100 Gramm Champignons reichen bereits aus, um den Calciol-Bedarf für zwei Tage zu decken!
Bei besonders akuten Mangelerscheinungen kann Vitamin D auch als Nahrungsergänzungsmittel oder als Medikament verabreicht werden, wobei die natürliche Form für gewöhnlich einer synthetischen Variante vorzuziehen ist. Marie bekam eine Zeit lang solche Präparate, konnte diese aber bereits absetzen, nachdem sich ihr Vitamin-D-Spiegel wieder normalisiert hatte: „Jetzt reicht es, wenn ich regelmäßig in die Sonne gehe und mich bewusst ernähre – ich habe seither sogar meine Liebe zu Fisch- und Pilzgerichten entdeckt!“

Linktipp:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/vitamin-d-mangel-wie-man-sich-schuetzen-kann-und-was-fuer-folgen-drohen-a-870828.html

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