Interview mit Dirk Hoffmann

Der Chefastrologe der Zeitschrift Astroblick beschreibt die Eigenschaften der Sterndeutung und anderer Methoden, die einen Blick in die Zukunft gestatten.

Herr Hoffmann, wie kamen Sie zur Astrologie?

Mein beruflicher Werdegang in der Medienbranche prädestinierte mich ja nicht gerade für die Astrologie. Während viele Astrologen quasi „erblich vorbelastet“ sind, war ich eigentlich eher als Skeptiker zu bezeichnen. Mein Interesse an der Sterndeutung erwachte erst, als ich die bekannte Astrologin Anna Dankwärt kennenlernte. Sie führte mich in diese Lehre ein und zeigte mir, wie treffsicher und hilfreich Horoskope eigentlich sind. Von da an ließ mich die Astrologie nicht mehr los und ich wurde zu einem echten Fan. Je mehr ich über die Materie erfuhr und je tiefer ich eintauchte, umso mehr zog mich die Astrologie in ihren Bann. Eines Tages entschloss ich mich, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen und die Astrologie professionell auszuüben.

Was fasziniert Sie so an der Sterndeutung?

Die Astrologie gilt als eine der ältesten und wichtigsten Techniken, um mehr über sein Leben und künftige Entwicklungen zu erfahren. Die Menschen versuchten ja schon früh, durch die Beobachtung des Himmels und der Sterne das Wetter und das Klima vorherzusagen. In Mesopotamien kamen Priester allmählich zum Schluss, dass die Stellung gewisser Himmelskörper sogar einen Einfluss hat, der weit darüber hinausgeht. Sie gelangten zur Überzeugung, dass gewisse Positionen auch das Schicksal der Menschen beeinflussen konnten. Die alten Griechen übernahmen das Wissen und gaben ihm den Namen Astrologie, was nichts anderes als „Sterndeutung“ heißt. Nach ihnen entwickelten die Römer und schließlich die Gelehrten des Mittelalters die Lehre weiter und führte sie schließlich zur Vollendung.

Was ist die zentrale Aussage der Astrologie?

Die Astrologie geht davon aus, dass jeder Mensch bei seiner Geburt in eine Interaktion mit dem Universum tritt. Diese Verbindung dauert sein ganzes Leben lang an. Durch diese Interaktion beeinflusst der Kosmos die Wesenszüge, aber auch den weiteren Lebensweg einer Person. Entscheidend hierfür ist die Konstellation gewisser Himmelskörper zur Geburtszeit vom Geburtsort aus gesehen. Diese Konstellation wird in einem Horoskop skizziert, was so viel wie „Stundenschau“ bedeutet. Hauptkriterium eines Horoskops ist die Position der Sonne in einem von zwölf Sternzeichen. Widder, Stier und Zwillinge, Krebs, Löwe und Jungfrau, Waage, Skorpion und Schütze sowie Steinbock, Wassermann und Fische. Doch auch der Aszendent spielt eine Rolle, also das Sternzeichen, das zur Geburtszeit vom Geburtsort aus betrachtet am östlichen Horizont aufgeht.

Wie kommt man zu einem Horoskop?

Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die einfachste Variante ist natürlich die, einen Blick in eine Tageszeitung zu werfen. Gleichwohl darf man sich von diesen Massenprodukten nicht viel erwarten, da sie sehr ungenau sind. Etwas besser und detaillierter sind da schon die Horoskope in einschlägigen Fachzeitschriften oder auf entsprechenden Internetseiten. Am genauesten sind natürlich sogenannte Geburtshoroskope, welche die Menschen nicht nur nach ihrem Sternzeichen gliedern. Sie stellen vielmehr anhand genauer Geburtsdaten ein individuelles und ganz persönliches Produkt dar. So ist es etwa bei einem telefonischen Horoskop bei GoAstro der Fall …

Was versteht man unter Numerologie?

Die Numerologie wird auch als Zahlenmystik bezeichnet und hat eine sehr lange Tradition. Bereits im alten Babylon beschäftigten sich Priester mit der Deutung von Zahlen. Und im Ägypten der Pharaonenzeit wurden die Zahlen vor wichtige Entscheidungen befragt. Zu ihrer höchsten Blüte gelangte die Numerologie an zwei Orten, wo man unabhängig voneinander erstaunliche Erfolge erzielte. Einerseits entwickelten die alten Griechen im 6. Jahrhundert vor Christus ein ausgeklügeltes Zahlensystem – unter dem Gelehrten Pythagoras von Samos. Andererseits bildete sich in der jüdischen Geheimlehre Kabbala eine Form der Numerologie heraus, die als ihr Höhepunkt gilt.

Wie funktioniert dieses System?

Die Numerologie basiert auf der Annahme, dass die menschliche Existenz nicht zufällig ist. Die Lehre geht davon aus, dass in jedem Namen und in jedem Geburtsdatum ein Zahlencode versteckt ist. Wie die Astrologie geht die Numerologie davon aus, dass Ort und Zeit der Geburt einen Einfluss auf unser Leben haben. Die Lehre postuliert, dass dieser Code Auskunft über die Charaktereigenschaften einer Person und über ihr weiteres Schicksal geben kann.

Wie berechnet man diesen Code?

Zu diesem Zweck unterscheidet man eine sogenannte Namenszahl und eine Geburtszahl. Die Namenszahl wird nach einem klar definierten System aus den Buchstaben des Namens berechnet. Hierfür ordnet man den Buchstaben bestimmte Ziffern zu und bildet daraus die Quersumme. Diese lässt Rückschlüsse auf die Wesenszüge eines Menschen zu. Im Gegensatz dazu ergibt sich die Geburtszahl aus der Quersumme der Ziffern des Geburtsdatums. Sie beschreibt den Lebensweg einer Person. Die Numerologie benötigt zwar den Namen und das Geburtsdatum eines Menschen. Im Gegensatz zur Astrologie sind der Geburtsort und die exakte Geburtszeit irrelevant.

Was hat es mit dem Kartenlegen auf sich?

Die Kartomantie, wie das Kartenlegen auch heißt, ist ebenfalls eine wichtige Methode, um Gegenwart und Zukunft zu ergründen. Zu diesem Zweck werden sogenannte Aufschlagekarten nach vorgegebenen Mustern aufgelegt. Kartenleger erkennen aus der Grundbedeutung einer Karte und ihrer Lage zu anderen Karten die aktuellen Gegebenheiten und künftigen Entwicklungen. Das Kartenlegen entstand in China, wo man vor rund 1400 Jahren die Karten erfand. Die Chinesen verwendeten diese zunächst nur zum Spielen, nach und nach allerdings auch zur Kartomantie. Ihren Weg nach Europa fanden die Karten im 14. Jahrhundert, wo sie von Florenz aus den Kontinent eroberten.

Wie lange dauerte das?

Natürlich war sowohl das Kartenspiel als auch das Kartenlegen der Kirche ein Dorn im Auge. Ihre Vertreter sahen darin ein Werkzeug Satans und traten vehement dagegen auf. Angesichts mangelnder gesellschaftlicher Akzeptanz war das Kartenlegen auch lange Zeit dem fahrenden Volk vorbehalten, das es auf Jahrmärkten praktizierte. Erst im 18. Jahrhundert wurde diese Praktik in den Pariser Salons gesellschaftsfähig und damit in breiten Bevölkerungsschichten populär. Nicht zuletzt war diese Entwicklung bekannten Wahrsagern und Wahrsagerinnen wie Antoine Court und Marie-Anne Lenormand zu verdanken. Sie zählten sogar gekrönte Häupter zu ihren Kunden!

Welche Karten verwendet man für die Kartomantie?

Am bekanntesten sind in Europa sicherlich die Tarotkarten, die auch die längste Tradition haben. Ihre Wurzeln reichen bis in die Renaissance zurück, als die Karten in Europa aufkamen. Im Laufe der Jahrhunderte kamen allerdings auch andere Aufschlagekarten dazu. Neben den Tarotkarten sind die von der Wahrsagerin Marie-Anne Lenormand inspirierten Lenormandkarten, aber auch Kipper-, Zigeuner- und Leidingkarten beliebt. Manche Kartenleger verwenden auch die ursprünglich zum Spielen entworfenen Skatkarten …

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