Nie wieder erkältet!

Wenn die Quecksilbersäule am Fieberthermometer immer höher klettert, wird der eine oder andere lakonisch feststellen: ?Ich hab die Grippe?. Zum Glück für die Erkrankten handelt es sich in den meisten Fällen nur um eine harmlose Erkältung und keine echte Influenza. Denn Grippe-Viren sind gefährlich und vor allem für ältere und vorgeschädigte Menschen echte ?Killer?. Man kann davon ausgehen, dass auch hierzulande jährlich tausende an Grippe sterben. In Folge der Virusgrippe kann es in besonders schweren Fällen zu Entzündungen des Herzmuskels oder zu einer Hirnhautentzündung kommen. Nicht nur bei älteren Menschen oder Kindern, sondern durchaus auch bei jungen und ansonsten gesunden Personen.

Erkältungskrankheiten dagegen verlaufen meistens problemlos. Oft tritt nicht einmal Fieber auf. Nichtsdestotrotz sind die Symptome äußerst lästig. Man fühlt sich müde und abgeschlagen, der Hals schmerzt ebenso wie der Rachen im Bereich der Nasenmündung. Die Nase trieft, Husten und Kopfschmerzen machen das Leben schwer. Aber nach drei bis sieben Tagen ist der Spuk weitgehend vorbei. Das alles muss aber nicht sein. Unter dem Motto ?Vorbeugen ist besser als heilen? kann man vieles unternehmen, um die lästige Verkühlung zu vermeiden. Die Zauberformel lautet: Immunsystem stärken

Das Immunsystem ist der Hüter unserer Gesundheit. Es liegt nicht an einem bestimmten Ort im Körper, sondern findet sich in verschiedenen Organen und Geweben. Haut, Schleimhäute und Darm bilden die erste Verteidigungslinie gegen Eindringlinge, im Knochenmark werden für die Abwehr wichtige weiße Blutkörperchen produziert und in Thymusdrüse, Milz, Mandeln und bestimmten Darmabschnitten für ihre Aufgabe vorbereitet. Die Lymphknoten sind als eine Art Kontrollposten im ganzen Körper verteilt und können Krankheitserreger stoppen.

Näher betrachtet ist unser Organismus ein ständiges Schlachtfeld. Ein geniales Abwehrsystem sorgt dafür, dass bedrohliche Eindringlinge erkannt, gestellt und zerstört werden. Aber nur dann, wenn das Immunsystem funktioniert und der Körper gesund ist. Und wenn das so bleiben soll, ist es ratsam, der Immunabwehr Unterstützung zu bieten. Vor allem in der kalten Jahreszeit und bei besonderer Belastung. Denn die zahlreichen Viren haben gerade bei niedrigen Temperaturen Hochsaison. Jeder von uns kann seine Abwehr stärken und aus der ?inneren Schutztruppe? eine leistungsfähige Armee machen.

Vorbeugen mit Heilmittel aus der Natur

Die Naturheilkunde kennt zahlreiche Pflanzen und Kräuter, die das Immunsystem stärken und gegen Krankheitserreger schützen. Mit den folgenden Mitteln können Sie sich in der kalten Jahreszeit fit halten.

Holunder-Power: Auf die Heilkraft der schwarzen Holunderbeere setzt der neue Sambucol-Saft (erhältlich in der Apotheke). Der Holunderextrakt enthält einen speziellen Wirkkomplex, der laut Studien die körpereigenen Abwehrkräfte schützt. Sambucol kann auch vorbeugend eingenommen werden.

Bomba de Fruta: Auch die "Energiebombe aus dem Dschungel", die Papaya, wurde von der Wissenschaft als immunstärkendes Mittel entdeckt. Die exotische Frucht enthält Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren in konzentrierter Form, die als Antioxidantien wirken und so den Angriff freier Radikale auf die Zellen abwehren.

China-Medizin: Schon im alten China wurde die Ginsengwurzel wegen ihrer Heilkraft geschätzt. Manche Ginsengarten sind heute vom Aussterben bedroht oder unerschwinglich. Ginseng enthält Ginsenoide mit antioxidativer und immunstärkender Wirkung. So stellen Sie Ihr Anti-Schnupfen-Tonikum her: Ginsengwurzel mit Kardamom in Wein legen und 14 Tage stehen lassen, dann abseihen und täglich ein Stamperl davon trinken.

Krallendorn: Die Pflanze aus den tropischen Regenwäldern wird vor allem in England zur Immunstärkung eingesetzt. Der darin enthaltene Wirkstoff macht in erster Linie die T- und B-Lymphozyten mobil und unterstützt dadurch die Abwehr.

Ingwertee, der Anti-Erkältungstee: Frische Ingwerwurzel von 2-3 cm Länge schälen und reiben, zwei Knoblauchzehen zerdrücken, mit 1/4 Liter Wasser übergießen und 10 Minuten kochen. Dann abseihen, etwas abkühlen lassen. Frisch gepressten Zitronensaft dazugeben, mit Honig süßen und schluckweise trinken.

Zink hilft gegen Erkältungsviren: Der deutsche Fitnessguru Ulrich Strunz sagt, dass Zink, die Viren im Nasen- und Halsraum killt. Und so geht's: Lösen Sie eine Zinkbrausetablette in einem halb gefüllten Glas Wasser auf. Gurgeln und spülen Sie damit alle 1 bis 2 Stunden. Tauchen Sie den kleinen Finger in die Zinkflüssigkeit, und befeuchten Sie damit die Nasenschleimhäute. So können Viren erst gar nicht andocken.

Meerrettich: Im Volksmund  Penicillin aus dem Garten genannt, ist Meerrettich eine rasch wirkende, wertvolle Hilfe bei beginnenden Schnupfen- und Erkältungskrankheiten. Die Bakterien tötende Wirkung liefert das  Senföl Singrin. Dazu kommt noch ein hoher Anteil an Vitamin C. Die beste Wirkung hat Merrettich, wenn man mehrmals am Tag einen gehäuften Esslöffel frisch gerieben zu sich nimmt.

Bienenhonig: Honig sollte in Erkältungszeiten regelmäßig in der Küche verwendet werden. Neben seinen hervorragenden Vitalstoffen - Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen - liefert der Honig antibiotikaähnliche Substanzen, die wir den Bienen verdanken und die im Magen- und Darmbereich sowie in den Atemwegen wirken. Zwei Esslöffel Honig täglich können mithelfen, eine Erkältung abzuhalten.

Avocado: Auch in dieser Frucht hat man Substanzen mit Bakterien tötender Wirkung nachgewiesen, die vor allem gegen Magen- und Darmgrippe wirken.

Der Sonnenhut: Die Echinacea, wie sie auch genannt wird, ist wegen ihrer abwehrkräftigenden Wirkung längst wissenschaftlich bestätigt ? am besten, man besorgt sich Echinacin-Tropfen in der Apotheke und nimmt über einen längeren Zeitraum 3-mal täglich 20 Tropfen. 

Thymian- Salbeitee: Auch dieser Trunk ist mit viel Zitronensaft und Honig altbewährt. Je 1 Tl. Thymian und Salbei mit einem 1/4 Liter kochendem Wasser überbrühen, 5 Minuten ziehen lassen und anschließend mit dem Saft einer halben Zitrone und 1 bis 2 Teelöffel Honig gesüßt schluckweise bis zu 3 Tassen über den Tag verteilt trinken.

Vitaminspender und Immunstärker Apfel: Wie sagt das Sprichwort "An apple a day keeps the doctor away" richtig feststellt, enthalten Äpfel über 300 Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe.

Nasen spülen mit Salz mindert Erkältungsrisiko: Tägliche Nasenspülungen mit lauwarmer Kochsalzlösung verringern nachweislich das Erkältungsrisiko. Das hat eine sechsmonatige Studie der Medizinischen Hochschule Hannover ergeben. An der Untersuchung nahmen 628 Testpersonen teil. Im Vergleich zur Einnahme von Vitamintabletten sind durch die Nasenspülungen wesentlich mehr Personen gegen Erkältung immun geblieben. Hals- und Rachenschmerzen wurden seltener, ebenso die vermehrte Schleimbildung im Falle einer Erkältung. Auch waren Arzneiverbrauch, Arztbesuche und Krankheitstage während der Nasenspülungszeit deutlich verringert.

 

Knäckebrot statt Pillen

Zur Vorbeugung gegen Verkühlung greifen viele Menschen zu konzentrierten Vitaminpräparaten. Wissenschaftlich liegt bisher jedoch kein eindeutiger Beweis dafür vor, dass die Einnahme dieser Pillen und Kapseln vor Erkältung schützt. Ernährungsberater raten vielmehr dazu, dem Körper regelmäßig eine Kombination aus wirksamen Nährstoffen ? beispielsweise Vitamin B, E, Eisen und Zink ? über die Nahrung zuzuführen. So kann man mit dem Verzehr von Vollkornbrot den Körper angeblich vor Virusattacken sinnvoller schützen als mit synthetischen Pillen.

Doch selbst Vollkornbrot ist nicht gleich Vollkornbrot: Je nach Zusammensetzung und Backart gibt es bezüglich des Nährstoffgehalts große Unterschiede. Nährstoffspitzenreiter innerhalb der Kategorie der Vollkornbrote ist Knäckebrot. Der Grund dafür liegt vor allem in der kurzen Backzeit von nur sieben Minuten, in der die wichtigen Nährstoffe, die zumeist aus Roggenvollkornmehl stammen, zum größten Teil erhalten bleiben.

Was also bewirken die im Knäckebrot besonders reichlich enthaltenen B-Vitamine, Vitamin E, Eisen und Zink? Wie von Vitamin C wird auch von einigen B-Vitaminen, so B2 und B6, angenommen, dass sie die Abwehrzellen stärken. Vitamin E zählt zu den so genannten Antioxidantien, die Sauerstoffradikale binden und dadurch Immunzellen schützen können. Doch nicht nur allein Vitamine sorgen für die Schlagkraft gegen Viren ? wirksam sind auch Mineralstoffe. So sorgt Zink dafür, dass die Produktion von Antikörpern erhöht wird. Weil ein Zinkmangel die Dauer einer Erkältung verlängern kann, sollte man immer auf eine regelmäßige Zufuhr dieses Mineralstoffs achten. Auch Eisen stärkt die Antikörperbildung und beschleunigt damit die Immunreaktion. Eisen aus Vollkornprodukten kann bei gleichzeitiger Zufuhr von Vitamin C vom Körper gut aufgenommen werden. Wer sich zusätzlich zu dem Verzehr von Knäckebrot noch regelmäßig einen selbst gepressten Fruchtsaft gönnt, stärkt das Immunsystem mehrfach.

 

Wundermittel Wasser

Das wertvolle Nass hat als natürliches Heilmittel ein breites Anwendungsspektrum, das von Kräuterbädern über Wechselgüsse bis hin zu Dampfbädern reicht und im Sinn ganzheitlicher Medizin zum Einsatz kommt. Der größte Vorteil der Wasserheilkunde liegt in der problemlosen therapeutischen Anwendung: Wasser wirkt auf vielfältige Weise und ohne schädlicher Nebenwirkungen. Man kann einer Erkältung vorbeugen, Halsschmerzen beheben, verlorene Energie wiedergewinnen, ja sogar Schmerzen lindern.

Wer sein Immunsystem präventiv stärken will, sollte sich an die Ratschläge von Pfarrer Kneipp halten. Das einfache System zur Abhärtung besteht aus verschiedenen Kaltwasseranwendungen, die regelmäßig durchgeführt werden sollten. Einzige Voraussetzung: Der Körper muss vor den Übungen warm sein.

* Stellen Sie sich Minute lang bis zum Knie in eiskaltes Wasser und tauchen sie die Arme bis zu den Achseln ein. Nachher so lange bewegen bzw. turnen, bis Sie vollständig trocken und warm sind.

* Treten Sie in einem Zuber oder in der Badewanne zwischen ein und zehn Minuten in sehr kaltem Wasser. Das Wasser sollte bis zum Knie reichen.

* Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, laufen Sie im neu gefallenen Schnee zwischen zehn Sekunden und maximal vier Minuten. Steigen Sie nachher, ohne sich abzutrocknen, sofort in warme, trockene Socken.

* Kalte Zehen und Füße sind nicht nur unangenehm sondern oft auch Vorboten einer Verkühlung, dann hilft am Besten ein ?ansteigendes Fußbad?: Man füllt die Badewanne knöcheltief mit körperwarmen Wasser, löst darin eine handvoll Steinsalz auf und stellt die Füße hinein. Dann gibt man 20 Minuten lang heißes Wasser hinzu ? so heiß man es eben verträgt. Während des Fußbades trinkt man eine Tasse Salbei-Thymiantee. Anschließend die Füße in ein Frottetuch wickeln und mindestens eine halbe Stunde ruhen.

* Alternativ zu ansteigenden Fußbädern sind Ganzkörper- Überwärmungsbäder mit Eucalyptus- oder Tannennadelölzusätzen ratsam: Bei angenehmer Badetemperatur in die Wanne legen und durch zulaufendes heißes Wasser die Temperatur 20 Minuten steigern. Danach in ein Leintuch einwickeln und ins Bett legen. Vorsicht: ansteigende Bäder sind belasten den Kreislauf!

* Sauna und Dampfbad sind für Gesundheit und Kreislauf immer gut, jedoch sollte man daraus keinen Härtetest machen. Ein bis zwei Aufgüsse auf der unteren Stufe genügen: Für die Atemwege ist es besonders heilsam, wenn man sich ein nasses Taschentuch mitnimmt, auf die man einige Tropfen Pfefferminz-, Eukalyptus- oder Fichtennadelöl gibt und die Dämpfe abwechselnd durch Nase und Mund einatmet.

* Das Herbarium hat sich als Vorbeugemaßnahme bestens bewährt. Hierbei handelt es sich nicht um eine Sammlung getrockneter Kräuter, sondern um eine Art Biosauna kombiniert mit Aromatherapie.

 

Bewegung im Freien, Pflege für die Seele

Durch regelmäßige Bewegung kann man "der Verkühlung davonlaufen". Entscheidend dabei ist, dem Körper nicht zu viel abzuverlangen oder zu übertreiben. Denn: Zu große Belastungen schwächen die Abwehrkräfte, wodurch dem Schnupfen Tür und Tor offen stehen. Mäßige Bewegung stärkt hingegen das Immunsystem: Täglich eine halbe Stunde zügiges Spazieren ist schon ausreichend. Das Wetter sollte bei entsprechender Kleidung keine Rolle spielen. Der Körper stellt sich auf die unterschiedlichen Situationen genauso ein, wie bei den bekannten Hausmittel-Grippeschutzmaßnahmen kaltes Duschen oder Wechselbäder. Nach der Bewegung an der frischen Luft empfiehlt sich eine "heiße Zitrone", denn sie wärmt den Körper schnell wieder auf und versorgt ihn zusätzlich mit Vitamin C.

Bei immer wieder kehrenden Verkühlungen werden Sie wohl überlegen müssen, ob nicht seelische Ursachen vorliegen. Es ist nachgewiesen, dass Angst, Ärger, Stress, aber auch zwischenmenschliche Probleme das Immunsystem schwächen und den Organismus für Infektionen empfänglicher machen. Denn auch Gehirn, Nervensystem und Psyche tauschen mit dem Immunsystem Informationen aus und sind bei der Abwehr von Krankheitserregern ein nicht zu unterschätzendes Instrument. Univ. Prof. Dr. Heinz Ludwig: ?Wir landen auf dem Mond, aber es ist uns noch immer nicht gelungen, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen und liebevoller miteinander umzugehen. Dabei sind Zufriedenheit und psychisches Wohlbefinden die wichtigsten Faktoren bei der Stärkung der Abwehr.?

Auch positive oder negative Gedanken haben Einfluss auf die Arbeit des Immunsystems. Wer sich verzweifelt nur als Opfer sieht, sendet diese Botschaft auch durch seinen Körper und erhöht damit das Krankheitsrisiko. Wenn Sie Ihre Abwehrkräfte über die Psyche stärken wollen, heißt das:

* Lieben Sie sich selbst!

* Erlauben Sie sich,  alle Gefühle zu spüren und auszudrücken!

* Verwenden Sie die Kraft positiver Gedanken!

* Bearbeiten Sie Schmerzen aus der Vergangenheit!

* Umgeben Sie sich ? zumindest privat ? mit liebevollen Menschen!

* Und vor allem: Lachen Sie! Lachen verbindet, Lachen befreit, Lachen entspannt, Lachen schafft Nähe zu Menschen und Distanz zu Problemen. Lachen trägt dazu bei, die negativen Auswirkungen von Stress zu beseitigen und unser Immunsystem zu stärken.

 

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