error::1 [2]
|
Als Wahrsagen wird im allgemeinen Sprachgebrauch ebenfalls die Fähigkeit einer Person bezeichnet, Ereignisse aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu erkennen. Im Gegensatz zum Hellsehen erfolgt das Wahrsagen allerdings unter Zuhilfenahme spezieller Techniken oder Utensilien. Damit sind in erster Linie bestimmte Gegenstände gemeint, die dem Wahrsager helfen, sich zu konzentrieren. Das Wahrsagen, das auch als Weissagen oder als Mantik bezeichnet wird, hat seine Wurzeln in der Antike: Damals wirkten Priester als Medium, um so genannte Orakel zu verkünden, die man als Botschaften der Götter betrachtete.
Die Methoden, die herangezogen wurden, um zu erkennen, was die Zukunft bereithielt, waren sehr unterschiedlich und muten aus heutiger Sicht teilweise recht bizarr an. Unter anderem war es üblich, die Eingeweide von Opfertieren zu lesen, die Flugbahn von Vögeln zu interpretieren oder scheinbar zufällige Sandfiguren zu deuten.
Sehr lange hielt sich die Technik, Kaffeerückstände oder Teeblätter zu analysieren. In unseren Tagen gelten vor allem das Pendeln und das Handlesen, aber auch das chinesische I Ging als weit verbreitete Methoden. Als die gängigste Wahrsagetechnik gilt in unseren Breiten jedoch das Kartenlegen, das dem Ratsuchenden sowohl über die Gegenwart als auch über die Zukunft Auskunft geben kann – darauf soll aber später noch genauer eingegangen werden.
Eines haben aber alle Wahrsagemethoden gemeinsam: Ihre Wirksamkeit hängt weniger von den verwendeten Hilfsmitteln ab als vom besonderen Einfühlungsvermögen des Wahrsagers. Seine Aufgabe ist es, seine Visionen in der passenden Weise zu deuten und aus dieser Deutung die richtigen Ratschläge für den Fragenden abzuleiten. So ist es nicht verwunderlich, dass zum Wahrsagen nicht nur die entsprechende Übung, sondern auch ein überdurchschnittliches Maß an Erfahrung notwendig ist.