Nostradamus 2015

Die Prophezeiungen des berühmten Wahrsagers haben bis in die Gegenwart nichts von ihrer Faszination verloren. Was hat er für das neue Jahr niedergeschrieben?

Der 1503 in Südfrankreich geborene Michel de Nostredame schrieb nach dem Studium und der beruflichen Tätigkeit als Apotheker und Pestarzt im Jahr 1555 unter dem Pseudonym „Nostradamus“ seine ersten Visionen auf. Bis zu seinem Tod 1566 folgte eine Vielzahl weiterer Prophezeiungen, die ihn bereits zu Lebzeiten zu einer Berühmtheit machten. Die gesammelten Werke des Nostradamus umfassen zehn „Centurien“ zu jeweils 100 Strophen, die als „Quatrains“ bezeichnet werden und aus je einem Vierzeiler bestehen.

Da der Autor die Vorhersagen aus Furcht vor Verfolgung durch die Inquisition sehr abstrakt formulierte und auf Namens- und Jahresangaben gänzlich verzichtete, gehen viele Experten davon aus, dass Quatrain 15 in der Centurie X das Jahr 2015 beschreibt. Dort steht geschrieben: „Herzöglicher Vater alt an Jahren und von Durst bedrückt. Am letzten Tag, Sohn Erbe versagend. Er wird in den dann starken Tod eintauchen. Senat dem Sohn, langsamer und leichter Tod.“

Was will Nostradamus den Menschen mit diesen Zeilen sagen? Wenn wir uns fragen, wer mit dem „herzöglichen Vater“ gemeint ist, drängt sich ein Verdacht auf: Seit Jahrzehnten gilt der US-Präsident als Vaterfigur für die gesamte westliche Welt. Natürlich ist Barrack Obama in biologischer Hinsicht nicht alt, aber was sein politisches Leben betrifft, hat er seinen Zenit doch längst überschritten.

Auch, wenn er noch immer „Durst“ danach hat, seine Vorstellungen zu verwirklichen, ist es nicht einmal auszuschließen, dass seine zweite Amtsperiode vorzeitig endet, zumal er sich seit Anfang November 2014 in beiden Kammern des US-Parlaments einer republikanischen Mehrheit gegenübersieht, die sein Kabinett nahezu handlungsunfähig macht.

Ein Jahr großer Veränderungen

Will Nostradamus andeuten, dass Obama die Macht nicht abgeben möchte, indem er seinem Nachfolger „das Erbe versagt“, um dann dennoch einen politischen „Tod“ zu sterben? Wäre sein Nachfolger Republikaner, so würde er im Senat – ebenso wie im Repräsentantenhaus – über eine satte Mehrheit verfügen und den Kurs der amerikanischen Innen- und Außenpolitik mit Sicherheit dramatisch verändern …

Denkbar wäre allerdings auch, dass sich die Zeilen auf die Europäische Union beziehen, deren aktueller „Vater“ ja der aus Luxemburg stammende Jean-Claude Juncker ist. Es wäre möglich, dass der bereits bei seiner Wahl umstrittene Präsident der Europäischen Kommission nicht die probaten Lösungen für die wachsenden inneren und äußeren Probleme findet, denen sich die EU gegenübersieht, und trotz heftiger Gegenwehr einen vorzeitigen politischen „Tod“ erleidet. Das hätte für uns ebenfalls schwerwiegende Folgen …

Auch, wenn sich die Visionen des Nostradamus vor allem auf politische und wirtschaftliche Gegebenheiten beziehen, lassen sich sehr wohl auch Schlüsse für das Individuum ziehen. Zunächst sollten sich Unternehmer angesprochen fühlen: Seine Worte könnten so interpretiert werden, dass sich im Jahr 2015 in so manchem größeren oder kleineren Betrieb ein Generationswechsel vollziehen wird – auch, wenn sich die Seniorchefs in vielen Fällen nur ungern von der Macht trennen.

Für alle anderen enthalten die Zeilen die Botschaft, dass sich in ihrem privaten und beruflichen Leben einiges verändern wird: Veraltetes wird über Bord geworfen und durch Neues ersetzt, Gewohntes geht verloren und macht Innovativem Platz. Genau das birgt aber auch großartige Chancen, die wir nützen sollten!

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