So gesund sind Chia-Samen!

Das aus Mittel- und Südamerika stammende Salbeigewächs gilt als echter Star unter den Superfoods: Lesen Sie hier, was seine kleinen, öligen Samen alles können!

Superfoods, also Lebensmittel, die dank ihres Nährstoffgehalts als besonders gesund gelten, sind seit ein paar Jahren die Lieblinge der Ernährungswissenschaft – und als einer der größten Hoffnungsträger auf diesem Gebiet gelten die aus Mittel- und Südamerika stammenden Chia-Samen.
Die Chia-Pflanze gehört zur Gattung des Salbeis (Salvia) und damit zur Familie der Lippenblütler. Ihr Name leitet sich aus dem Nahuatl, also der Sprache der Azteken ab, in der „chian“ so viel wie „ölig“ bedeutet. Das bis zu 170 Zentimeter hohe Kraut hat weiße oder blaue Blüten und 4 bis 6 Zentimeter große Blätter.
Schon seit langer Zeit werden seine Samen in ihrer Heimat von den Indios roh, getrocknet oder geröstet gegessen, aber auch zum Binden von Soßen verwendet. Die Boten und Krieger der Azteken sollen sie darüber hinaus als Kraftnahrung – also als eine Art Proteinriegel – genutzt haben, um ihrem Körper unterwegs genügend Nährstoffe zuzuführen.

Proteine und Omega-3-Fettsäuren

Chia-Samen weisen einen sehr hohen Gehalt an lebensnotwendigen Inhaltsstoffen auf. Neben knapp 40 Prozent Kohlehydraten und knapp 20 Prozent Proteinen bestehen sie zu rund 40 Prozent aus Chia-Öl. Hinzu kommen Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Da Chia-Samen glutenfrei sind, sind sie auch für Menschen bekömmlich, die unter einer entsprechenden Unverträglichkeit (Zöliakie) leiden.
Aminosäuren und die aus ihnen zusammengesetzten Proteine regulieren sämtliche Körperfunktionen und beliefern die Zellen mit der nötigen Energie. Angesichts des Proteingehalts von rund 20 Prozent können sie es als pflanzliche Proteinspender sogar mit der Sojabohne aufnehmen und dürften in Sachen Eiweißgewinnung vor allem für Veganer besonders interessant sein. Einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge zügelt eine höhere Eiweißzufuhr nicht nur den Appetit, sondern hilft auch bei Diäten zum Muskelaufbau und senkt nicht zuletzt den Cholesterinspiegel.
Chia-Öl besteht zu 55 Prozent aus Omega-3-Fettsäuren – enthält also zehnmal so viel wie Lachs –, zu 25 Prozent aus Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren und nur zu 10 Prozent aus den schädlichen gesättigten Fettsäuren. Somit deckt eine winzige Portion Chia-Samen von nur drei Gramm den Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren!
Diese sind zur Regulierung des Blutdrucks, der Blutgerinnung und der Blutfettwerte unentbehrlich, sorgen aber auch für eine bessere Durchblutung des Gehirns und damit eine höhere geistige Leistungsfähigkeit sowie eine geringere Neigung zu Depressionen. Am besten entfalten die Omega-3-Fettsäuren ihre Wirkung, wenn sie im Verhältnis 1:3 auch Omega-6-Fettsäuren zugeführt werden – wie sie in Chia-Samen vorliegen.

Ballaststoffe und Vitamine

Ähnlich wie Leinsamen quellen die in Wasser eingelegten Chia-Samen auf und bilden eine schleimige Flüssigkeit. Da rund ein Drittel ihres Gesamtgewichts aus Ballaststoffen besteht, wirken sie ausgesprochen sättigend. Gleichzeitig wirken sie stark verdauungsfördernd, da sie den Darm sehr gut füllen und somit auch entsprechend große Mengen an Wasser binden.
Ein hoher Anteil von Ballaststoffen in der Nahrung erhöht auch die Ausscheidung von Gallensäure: Da aufgrund dessen mehr Gallensäure nachgebildet werden muss, wozu wiederum Cholesterin notwendig ist, sinkt der Cholesterinspiegel im Blut. Einer Studie des Nutritional Science Research Institute in Massachusetts zufolge haben Chia-Samen darüber hinaus einen blutverdünnenden Effekt, womit sie das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls zusätzlich senken.
Außerdem sollen sie der Studie zufolge eine regulierende Wirkung auf den Blutzuckerspiegel haben. Das funktioniert so, dass Ballaststoffe den Kohlehydratabbau verlangsamen, sodass weniger Insulin in den Körper gelangt. Wer an Diabetes leidet, kann somit einer Unterzuckerung und den damit verbundenen Heißhungerattacken vorbeugen.
Zu den Ballaststoffen in den Chia-Samen gesellen sich diverse Formen der Vitamine A und B. So decken bereits zwei Esslöffel mehr als ein Zehntel des gesamten des Tagesbedarfs an Vitamin B1, das als eine Art Treibstoff für die Nervenzellen dient. In zwei Esslöffel Chia-Samen steckt aber auch so viel Vitamin B3, dass die täglich empfohlene Dosis zu einem Fünftel gedeckt ist. Dieses Vitamin ist am Aufbau von Haut, Muskeln und Bindegewebe maßgeblich beteiligt und hilft zudem bei der Entgiftung des Körpers. Und nicht zuletzt enthalten die zwei Esslöffel Chia-Samen auch so viel Vitamin E, dass mit ihnen ein Drittel des Tagesbedarfs gedeckt ist: Dieses Vitamin hat einen positiven Einfluss auf Haut, Haare, Nervenzellen und das Immunsystem.

Mineralstoffe und Antioxidantien

Bei den Mineralstoffen wären in erster Linie Kalzium, Kalium, Eisen, Phosphor, Zink, Kupfer und Magnesium zu nennen. So enthält ein Esslöffel Chia-Samen weit mehr Kalzium, das für die Knochen, die Nerven und die Blutgerinnung von Bedeutung ist, als ein Glas Milch. Zwei Esslöffel Chia-Samen enthalten zudem rund acht Prozent der empfohlenen Tagesmenge an Kalium, das wichtig für die Muskeln und Nerven ist.
Die zwei Esslöffel Chia-Samen enthalten aber auch 13 Prozent der empfohlenen Tagesration an Eisen, das die Sauerstoffversorgung des Körpers unterstützt – und sind somit dreimal so eisenhaltig wie Spinat! Auch elf Prozent der notwendigen Tagesdosis an Phosphor ist in zwei Esslöffeln Chia-Samen enthalten. Dieser ist vor allem für die Knochen und Zähne von Bedeutung.
Des Weiteren finden sich in zwei Esslöffeln Chia-Samen rund acht Prozent des Tagesbedarfs an Zink, der wichtig für den Stoffwechsel und das Immunsystem ist. Hinzu kommen 25 Prozent des Tagesbedarfs an Kupfer, das eine entscheidende Rolle bei der Wundheilung und ebenfalls für das Immunsystem spielt. Und nicht zuletzt sind da 20 Prozent der nötigen Tagesration an Magnesium, das die Nerven- und Muskeltätigkeit sowie den Fettstoffwechsel reguliert.
Zu guter Letzt enthalten Chia-Samen fast zehnmal so viele Antioxidantien wie Zitrusfrüchte! Diese Stoffe, von denen vor allem die Flavanole zu nennen wären, binden freie Radikale und bremsen damit das Wachstum von Krebszellen. Darüber hinaus sorgen sie für die Flexibilität der Gefäßwände und beugen somit der Arteriosklerose vor.

Achtung: Bitte betrachten Sie unsere Gesundheitstipps als unterstützende Maßnahmen und konsultieren Sie bei Beschwerden immer einen Arzt oder Apotheker!

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