Yoga verbessert die Lebensqualität!

Die geistigen und körperlichen Übungen dieser indischen Lehre verhelfen Ihnen zu mehr Ausgeglichenheit, Gesundheit und Glück. Von den verschiedenen Formen des Yogas wollen wir im folgenden Artikel das „Chakrenyoga“ und das „Yogalates“ genauer unter die Lupe nehmen.

Yoga ist eine der ältesten und bekanntesten Methoden, um zu innerer Ruhe und Glückseligkeit zu gelangen. Der Begriff leitet sich vom Sanskrit-Wort für „anspannen“ oder „anjochen“ ab und lässt sich wohl am besten mit „Vereinigung des Körpers mit der Seele und dem Göttlichen“ übersetzen. Als eine der sechs klassischen Schulen der indischen Philosophie hat Yoga seine Wurzeln vor allem im Hinduismus und in Teilen des Buddhismus.
Während Yoga ursprünglich eine rein spirituelle Methode darstellte, um Erleuchtung zu erfahren, bildeten sich nach und nach unterschiedliche Formen heraus. Einige Richtungen stellten die Askese – also den Verzicht auf Genussmittel verbunden mit sexueller Enthaltsamkeit – in den Mittelpunkt, während bei anderen Schulen die Meditation – also die geistige Konzentration zur Erweiterung des Bewusstseins – die zentrale Rolle spielt.
Allmählich kam auch das sogenannte Hatha-Yoga hinzu, bei dem das Gleichgewicht zwischen Geist und Körper weniger durch Askese und Meditation, sondern vor allem durch Atemübungen (Pranayama) und körperliche Übungen (Asanas) erreicht werden soll. Obwohl das Hatha-Yoga zunächst nur dazu dienen sollte, die anderen Methoden zu unterstützen, entwickelte es sich mehr und mehr zu einer eigenständigen Variante und verkörpert heute weitgehend das, was man sich in der westlichen Welt für gewöhnlich unter Yoga vorstellt.
Im Vergleich zu den sehr komplexen Lehren des traditionellen indischen Yogas gilt das in unseren Breiten praktizierte Yoga ja als sehr vereinfachte Form. Hier geht es weniger um Erleuchtung und Vollkommenheit als vielmehr darum, Stress abzubauen, mehr Ausgeglichenheit zu erreichen und seine Lebensqualität zu verbessern. Daneben stellt Yoga aber auch eine erfolgreiche Methode zur Linderung von Kopf- und Rückenschmerzen, Schlaf- und Durchblutungsstörungen sowie Angstzuständen und Depressionen dar.

Yoga ist eine der klassischen Schulen der indischen Philosophie hat seine Wurzeln vor allem im Hinduismus.

Yoga + Tantra = Chakrenyoga

Auch das Wort „Chakra“ stammt aus dem Sanskrit, wo es „Kreis“ oder „Rad“ bedeutet und damit ebenfalls der Gedankenwelt der indischen Philosophie entspringt. Dem Tantra zufolge schwingt jeder Abschnitt unseres Organismus auf seine eigene Weise und ist mit einem ganz bestimmten Lebensbereich verbunden. Diese Schwingungen lassen Energiebahnen entstehen, die sich vertikal und horizontal durch den Körper ziehen. Wo sie zusammentreffen, entstehen Energiefelder, die als „Chakren“ bezeichnet werden.
Diese Chakren erzeugen in jedem Organismus Kraftwirbel, die bei jungen und gesunden Menschen weit über den Körper hinausragen, um die kosmische Energie als eine Art Brücke weiterleiten zu können. Die Wirbel drehen sich in diesem Fall schnell und gleichmäßig, sodass die Lebensenergie ungehindert fließen kann.
Bei alten oder kranken Menschen reichen die Kraftwirbel hingegen kaum bis an die Körperoberfläche. Sie drehen sich auch spürbar langsamer und ungleichmäßig, sodass der Fluss der Vitalkraft behindert oder sogar zur Gänze blockiert wird. Um uns fit und gesund zu fühlen, müssen demnach alle Chakren rasch und regelmäßig kreisen. Ist das nicht der Fall, so gilt es, die Rotation mithilfe von bestimmten Übungen – wie eben aus dem Yoga – zu beschleunigen und entsprechend zu regulieren.
Insgesamt gibt es sieben Hauptchakren, von denen jedes für einen bestimmten Bewusstseinszustand und einen gewissen Lebensbereich zuständig ist. Sie liegen entlang der Wirbelsäule und haben einen Bezug zu je einer der sieben Hormondrüsen des menschlichen Körpers. Eine wichtige Aufgabe jedes Kraftwirbels ist es, die Hormonausschüttung der ihm zugeordneten Drüse anzuregen, um auf diesem Wege sämtliche Körperfunktionen zu steuern.

Aufgaben des Chakrenyogas

Das oberste Ziel dieser besonderen Form des Hatha-Yogas ist es, die Chakren zu harmonisieren und auf diese Weise Körper, Geist und Seele zu heilen, damit die betreffende Person zu einer Ganzheit zurückfindet. Erst, wenn alle Hauptchakren vollständig geöffnet sind, kann die Lebensenergie störungsfrei fließen und man ist der Erleuchtung um einen Schritt näher. Um dies zu erreichen, gibt es für jedes Chakra gewisse Übungen, von denen wir im Folgenden ein paar Beispiele bringen.
Das rubinrote „Wurzelchakra“ (Basischakra, Muladhara) liegt am unteren Ende des Rückgrats, wird den Nebennieren zugeordnet und regiert Knochen, Zähne und Nägel. Es steht in Kontakt mit der Erdenergie und ist in erster Linie für unsere Sicherheit, unseren Selbsterhaltungstrieb und unseren Lebenswillen verantwortlich.
Das orange „Sakralchakra“ (Sexualchakra, Svadhisthana) befindet sich auf der Höhe des Kreuzbeins, wird den Keimdrüsen zugeordnet und steuert Blut, Körpersäfte und Flüssigkeitshaushalt. Es ist für unsere Lebensfreude, den Geschlechtstrieb und die sexuelle Energie verantwortlich. Soll dieses Chakra harmonisiert werden, so setzen Sie sich gegrätscht auf den Boden, winkeln die Beine leicht an, schieben die Arme unter den Knien nach außen durch, um sich abzustützen, und verweilen ein paar Minuten in dieser Position.
Das gelbe „Solarplexuschakra“ (Nabelchakra, Manipura) sitzt am Rückgrat in der Höhe des Sonnengeflechts, wird der Bauchspeicheldrüse zugeordnet und regelt die Verdauungsorgane. Es ist für unser Selbstvertrauen und unsere Willenskraft verantwortlich. Wollen Sie dieses Chakra stärken, so nehmen Sie auf dem Boden eine Sitzposition mit geschlossenen Beinen ein, heben die gestreckten Beine dann vorsichtig an, verlagern Ihren Oberkörper langsam nach hinten, strecken gleichzeitig die Arme nach vorn, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren, und verharren möglichst lange in dieser Stellung.

Ziel des „Chakrenyogas“ ist es, die Energiefelder im Organismus zu harmonisieren und damit Körper, Geist und Seele zu heilen.

Harmonisierung der Chakren

Das grüne „Herzchakra“ (Anahata) hat seinen Sitz auf der Höhe des Brustbeins, wird der Thymusdrüse (Bries) zugeordnet und beherrscht Herz und Lunge, aber auch Kreislauf und Immunsystem. Es ist für unser Mitgefühl und unsere innere Harmonie verantwortlich. Dieses Chakra können Sie ausgleichen, indem Sie sich auf dem Boden in den Fersensitz begeben, dann das rechte Bein nach hinten strecken und den linken Fuß an die rechte Hüfte schieben. Um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, stützen Sie sich mit den Händen ab und richten den Oberkörper auf. Nach einer Minute wechseln Sie die Seite.
Das hellblaue „Halschakra“ (Kehlchakra, Vishuddha) befindet sich auf der Höhe des Kehlkopfes, wird der Schilddrüse zugeordnet und regiert Hals, Nacken, Bronchien, Atmung und Stimme. Es verbindet uns mit der Unendlichkeit und ist für Inspiration, Offenheit, Freundlichkeit und Kommunikation verantwortlich. Soll dieses Chakra gekräftigt werden, so legen Sie sich mit angelegten Armen auf den Rücken, winkeln die Beine an und heben das Becken, sodass Oberkörper und Oberschenkel eine gerade Linie bilden. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung und behalten Sie diese Position ein paar Minuten bei.
Das dunkelblaue „Stirnchakra“ (Drittes Auge, Ajnya) liegt – wie schon der Name sagt – auf der Stirn, wird der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) zugeordnet und steuert die Drüsentätigkeit im gesamten Körper, aber auch das Nervensystem. Es ist für unsere geistigen Fähigkeiten wie Fantasie, Wissen und Weisheit, ja sogar außersinnliche Wahrnehmungen verantwortlich.
Das violette „Kronenchakra“ (Scheitelchakra; Sahasrara) sitzt zu guter Letzt ganz oben auf dem Kopf, wird der Epiphyse (Zirbeldrüse) zugeordnet und hat Einfluss auf unsere körperliche Größe – auch im übertragenen Sinn. Es öffnet sich im Gegensatz zum Wurzelchakra nach oben und ist für die Vereinigung mit dem Überirdischen und damit für unsere Spiritualität verantwortlich.

Yoga + Pilates = Yogalates

Unter „Pilates“ versteht man ein Ganzkörpertraining, das die Muskulatur – vor allem aber Bauch-, Rücken- und Beckenbodenmuskulatur – kräftigen soll. Die Trainingsmethode wurde vom deutschen Artisten und Sportler Joseph Hubert Pilates (1883–1967) entwickelt, der zunächst den Namen „Contrology“ vorsah, da es dabei vorwiegend um die Kontrolle der Muskeln durch den Geist geht.
Als Boxer unterrichtete Pilates die Beamten von Scotland Yard in Selbstverteidigung, wurde aber als Deutscher nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Großbritannien interniert. Dort kam ihm die Idee zu seiner Methodik, als er versuchte, ein ganzheitliches Körpertraining zu gestalten, um die Konstitution seiner Mitgefangenen zu verbessern. Nach dem Krieg wanderte er in die USA aus und eröffnete ein Trainingsstudio in New York, das den Grundstein für den internationalen Erfolg seiner Lehre legte.
Im Gegensatz zum herkömmlichen Krafttraining widmet sich die Pilates-Methode vor allem den kleineren und schwächeren Muskelgruppen des Körpers, da das Hauptziel der Übungen neben einer allgemeinen Stärkung der Muskulatur vor allem eine korrekte Körperhaltung und eine bessere Bewegungskoordination sind.
Zentrale Elemente stellen neben einer bewussten Atmung rund 500 Kraft- und Stretching-Übungen dar, die sich besonders der „Powerhouses“ annehmen, also der Stützmuskulatur rund um die Wirbelsäule, der tiefen Rumpfmuskulatur und der Beckenbodenmuskulatur. Da sämtliche Bewegungen langsam und fließend sind, sind die Übungen nicht nur schonend für Muskeln und Gelenke – im Gegenteil: Pilates kann helfen, Schmerzen des Bewegungsapparates ebenso zu lindern wie Blutdruck- und Kreislaufbeschwerden.

Die Kombination aus Yoga und dem von Joseph Hubert Pilates entwickelten Ganzkörpertraining wird als „Yogalates“ bezeichnet.

Ziele von Yogalates

Mit der Pilates-Methode verschmolz das Yoga vor etwa einem Jahrzehnt zum sogenannten „Yogalates“ oder „Yogilates“. Wem wir diese Idee verdanken, ist umstritten: Sowohl die australische Yogalehrerin Louise Solomon als auch der New Yorker Tänzer und Yogalehrer Jonathan Urla beanspruchen die Leistung für sich. Man einigte sich, indem Solomon ihre Methode als Yogalates bezeichnet, während Urla seine Lehre Yogilates nennt. Wie dem auch sei: Beide entwickelten die Übungen in der Absicht, die meditativen dehnenden Asanas des Yogas mit dem kräftigenden ganzheitlichen Körpertraining des Pilates zu verbinden.
So darf man sich eine Yogalates-Stunde auch nicht als eine wechselnde Abfolge von Yoga- und Pilates-Übungen vorstellen, sondern das Programm macht rasch deutlich, dass es um eine tatsächliche Verschmelzung dieser Lehren handelt. Was beide gemeinsam haben, ist ja der Einklang von Bewegung und Atmung, wenngleich Letzteres bisweilen ein Stolperstein sein kann: Beim Yoga wird ja durch die Nase geatmet, während das Pilates die Brustatmung vorsieht. Dieses Dilemma wird beim Yogalates pragamatisch gelöst, indem für jede einzelne Übung die passendere Form der Atmung gewählt wird.
Yogalates empfiehlt sich vor allem für all jene, die ihre Muskeln straffen, ihre Beweglichkeit steigern und ihre Koordinationsfähigkeit verbessern wollen. Die Übungen sind ganz im Sinne des Yogas darauf ausgerichtet, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten zu betätigen, statt sich mit anderen Teilnehmern zu messen und vielleicht frustrieren zu lassen. Eine einfache Yogalates-Übung wäre etwa die Folgende: Legen Sie sich auf den Bauch, spannen Sie die Bauchmuskulatur an und richten Sie Ihren Oberkörper langsam auf – so weit wie möglich und so lange Sie können. Das stärkt nicht nur die Bauch- und Rückenmuskulatur, sondern fördert auch die Durchblutung.
Auch, wenn das Tempo beim Yogalates für gewöhnlich höher ist als beim klassischen Yoga, eignet sich das Training auch für Einsteiger, zumal die Übungen gerade in Anfängerkursen an das eher niedrige Niveau der Teilnehmer angepasst werden. Da jedoch Vorkenntnisse von Vorteil sind, empfiehlt sich das Programm vor allem für jene, die mit Yoga und Pilates bereits vertraut sind: Sie können beim Yogalates innovative Übungen kennenlernen und überraschende Eindrücke gewinnen, zumal bekannte Elemente neu und originell kombiniert werden.

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