Ich bin eine unendliche Seele …

Sabrina Fox war TV-Moderatorin, entschied sich dann aber für eine Karriere als Autorin, Therapeutin und Bildhauerin. Im folgenden Interview gewährt sie uns einen Einblick in ihre Gedankenwelt.

Viele von Ihnen werden dieses Gesicht aus dem Fernsehen kennen: Die als Sabrina Lallinger geborene Münchnerin war lange als Moderatorin bei ARD, ZDF und SAT 1 tätig. 1988 heiratete sie den US-Filmchef Richard Fox, mit dem sie eine Tochter hat, und lebte bis 2004 in Los Angeles.
1993 entschloss sich Sabrina Fox zu einer beruflichen Neuorientierung: Sie ließ sich zur klinischen Hypnosetherapeutin ausbilden und arbeitete als Mediatorin und Konflikt-Coach. Gleichzeitig begann sie, sich mit Engeln, Wiedergeburt und persönlichem Wachstum zu beschäftigen.
Seither gibt die Expertin für praktische Spiritualität ihre Erfahrung in vielen Vorträgen und Büchern weiter, darunter „Wie Engel uns lieben“, „Stolpersteine auf dem spirituellen Weg“ oder „Die Sehnsucht unserer Seele“. Darin regt sie mit einer charmanten Melange aus Wärme, Humor und Offenheit dazu an, den Weg zur eigenen Spiritualität zu gehen.
Sabrina Fox, die seit 2005 wieder in München lebt, genießt nicht nur einen Ruf als Autorin und Therapeutin, sondern auch als Bildhauerin. Das Multitalent gab Astroblick das folgende Interview:

Nach einer Karriere als Journalistin und TV-Moderatorin wandten Sie sich dem Thema Spiritualität zu. Gab es ein Schlüsselerlebnis oder waren Sie schon immer spirituell veranlagt?

Weder noch. Ich war neugierig. Anfang 30 war ich in einer tiefen beruflichen Krise und begann, mir andere Fragen zu stellen. Das Leben erschien mir nicht logisch. Mir war zwar klar, dass es ein intelligentes Universum gibt, aber mir fehlte das Verständnis für die Zusammenhänge. Und erst, als ich mich näher mit Reinkarnation beschäftigte, öffneten sich mir neue Ansatzpunkte.

Wie würden Sie Ihr ganz persönliches religiöses Credo mit wenigen Worten beschreiben?

Ich bin eine unendliche Seele, die hier eine menschliche Erfahrung macht.

Sie sind Expertin für praktische Spiritualität: Was genau muss man sich darunter vorstellen?

Als ich anfing, mich mit spirituellen Themen zu beschäftigen, wollte ich am liebsten nur noch meditieren und interessierte mich kaum mehr für das „richtige“ Leben. Ich war auf der Flucht vor meinem eigenen Leben, weil es mir nicht gefiel – weil ich nicht glücklich darin war, obwohl ich von außen betrachtet alles hatte. Als ich mich in die Spiritualität stürzte, gab es dort ebenfalls unglaublich viele Regeln, was man alles zu wissen und zu tun hatte: Wie man zu meditieren hatte, wie man das dritte Auge öffnet, wie man die Kundalini hochzieht, was man essen und nicht essen darf. Das alles hält einen zwar beschäftigt, nützt aber meistens nicht viel. Ich versuche, die spirituellen Kopfgeburten wieder in eine geerdete Form zu bringen. Ein spirituelles Leben muss mein Leben verbessern, sonst nützt es nichts und das setzt ein aufmerksames Betrachten der Gedanken, Worte und Taten voraus.

In Ihrem Buch „Mrs. Fox will wieder heim“ vergleichen Sie die deutsche und die amerikanische Seele. Wie haben die Jahre in den USA Ihre religiösen Vorstellungen beeinflusst?

Ich hatte dort mein spirituelles Erwachen. Die Amerikaner sind im Mittelwesten in religiöser Hinsicht häufig extrem konservativ – z. B. wird der Bibel Wort für Wort geglaubt – und andererseits an der Ost- und Westküste sehr großzügig. Bei uns gab es häufig nur die Wahl zwischen katholisch und evangelisch. Als ich anfing, mich für Engel zu interessieren, war das meinen amerikanischen Freunden ein interessiertes Nachfragen wert, meine deutschen Freunde hingegeben sahen mich reif für die Klappsmühle (lacht). Und so war es damals leichter, mich in Kalifornien dem Thema zu nähern.

Engel spielen eine zentrale Rolle für Sie: Worauf führen Sie die aktuelle „Renaissance“ der Engel zurück?

Ich weiß es nicht. Ich kann mir vorstellen, dass für viele der Weg zu „Gott“ ein eher komplizierterer ist, aber der Weg zu den Engeln – da kirchlich nicht so dogmatisch besetzt – etwas leichter fällt. Engel sind für mich weise Lehrer. Ich kann mich mit ihnen austauschen und ihnen Fragen stellen. Dazu braucht es Stille.

Worin sehen Sie den Grund dafür, dass immer mehr Menschen eher zu individuellen spirituellen Vorstellungen tendieren als zu klassischen Religionen?

Die klassischen Religionen bestehen häufig aus nicht nachvollziehbaren Regeln und Forderungen – allen voran wahrscheinlich auch die strenge männliche Hierarchie, wie im Katholizismus, im Islam und auch im Buddhismus. Gurus, als weiteres Beispiel, sind fast immer Männer. Es macht keinen Sinn, der Hälfte der Menschheit weniger spirituelle Fähigkeiten zuzutrauen. Und dann natürlich die Regeln: keine Geburtenkontrollen, keine Scheidung, die Erbsünde, Homophobien etc. Das erscheint uns nicht mehr aktuell.

Sie bekommen sicher viel positives Feedback. Was antworten Sie Menschen, die Ihren Ansichten skeptisch gegenüberstehen?

Nichts. Das ist doch deren gutes Recht. Früher versuchte ich, jeden zu überzeugen. Das war noch so ein Überbleibsel von Rechthaberei. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was für ihn stimmig ist.

In Ihrem Buch „BodyBlessing“ zeigen Sie einen liebevollen Weg zum eigenen Körper auf. Warum ist das für so viele Menschen so schwierig?

Als Kinder liebten wir unseren Körper. Wir waren begeistert, als wir die ersten Schritte gehen konnten, und das haben die meisten von uns verloren, als wir uns mit anderen Körpern verglichen. Auch im spirituellen Leben heißt es oft, dass das Körperliche überwunden werden muss. Das dachte ich früher auch. Doch dann habe ich bei Freunden gesehen, was passiert, wenn man dem Körper nicht zuhört und sich immer außerhalb des Körpers befinden möchte. Der Zen-Buddhismus zum Beispiel erfordert stundenlanges stilles Sitzen. So wird angenommen, dass man den Geist in ein tieferes meditatives Stadium zwingt. Ich glaube allerdings, dass wir damit eher dem Verstand erlauben, den Körper zu „bezwingen“. Ohne meinen Körper könnte ich hier keine menschliche Erfahrung machen und mein Körper ist mein Barometer. Er sagt mir, wie es mir geht. Er gibt mir Zeichen und die gilt es zu verstehen.

Sie sind auch eine renommierte Bildhauerin. Hat das Schaffen einer Skulptur ebenfalls etwas Spirituelles an sich?

Alles hat etwas Spirituelles an sich. Kochen, Zuhören, Umarmen, Aufräumen – je nachdem, mit welcher Intension man es macht. Ich liebe das Handwerk und die Kreativität in der Bildhauerei. Das Erschaffen mit den Händen hilft mir, meinen Verstand zu entspannen. Und es ist für mich ein idealer Ausgleich zum Schreiben. Ich arbeite mit Ton statt mit Stein, und diesen Vorgang genieße ich sehr.

Was sind Ihre nächsten Projekte? Gibt es bald wieder ein neues Buch von Sabrina Fox?

Ich habe einen Roman geschrieben – „Clara tanzt“ – und schreibe gerade an einem Buch über ehrenhafte Trennungen. Ich habe in den letzten zwei Jahren eine Vortragspause eingelegt und freue mich, jetzt wieder mehr rauszugehen …

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